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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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P  f  I  z  m  a  i  e  r

Im  dritten  Jahre  des  Zeitraumes  Kien-wu  (27  n.  Chr.)  richtete
Fung-I,  der  „den  Westen  erobernde“  grosse  Heerführer,  einen  heftigen ­
  Angriff  gegen  Li-wei  und  Li-yö  in  Tschin-thsang  und  brachte
ihnen  eine  grosse  Niederlage  hei.  Dieselben  flohen  nach  Han-tsclning.
Im  fünften  Jahre  des  Zeitraumes  Kien-wu  (29  n.  Chr.)  wurden
Yen-tsin  und  jj|  Tien-jung  durch  Han  geschlagen
und  kamen  als  Flüchtlinge  nach  Schö.
Der  hier  genannte  Yen-tsin  führte  den  Jünglingsnamen
Schö-ya  und  stammte  aus  Nan-yang.  Derselbe  hatte  zuerst  in  Hantschung
  zu  den  Waffen  gegriffen  und  dieses  Land  besetzt  gehalten.
Zugleich  verfügte  er  über  Streitkräfte  im  Westen  des  Grenzpasses.
Seine  im  Westen  des  Grenzpasses  befindliche  Macht  wurde  jedoch
geschlagen,  zerstreute  sich  und  gelangte  fliehend  nach  Nan-yang,  wo
sie  mehrere  Districte  durchstreifte.  Tien-jung  war  ein  Eingeborner
von  Jü-nan  und  hatte  in  I-ling  zu  den  Waffen  gegriffen.  Von  dort
sich  umwendend,  plünderte  er  Provinzen  und  Districte,  indess  seine
Heeresmenge  aus  mehreren  zehntausend  Menschen  bestand.  Sowohl
Yen-tsin  als  Tien-jung  vereinigten  sich  mit  lUj)Thsin-fung,  der
.WS.
jedem  eine  seiner  Töchter  zur  Gattin  gab.  Nach  der  Niederlage
Thsin-fung’s  stellte  er  sich  unter  dem  Schutz  Kung-sün-scliö’s.  Dieser ­
  ernannte  Yen-tsin  zum  grossen  Vorsteher  der  Pferde  und  zum
Könige  von  Jü-ning.  Tien-jung  wurde  von  ihm  zum  Könige  von  YJkiang
  ernannt.
Im  sechsten  Jahre  des  Zeitraumes  Kien-wu  (30  n.  Chr.)  entsandte ­
  Kung-sün-scho  den  König  Tien-jung  und  den  Heerführer  Jinmuan
  mit  dem  Aufträge,  aus  dem  Passe  des  Stromes  auszutreten  und
in  die  Gegend  zwischen  Lin-tsiü  und  I-ling 1 )  hinabzuziehen.  Da-*)

  Die  Denkwürdigkeiten  des  Reiches  Hoa-yang  sagen:  Zwischen  Pa  und  Tsu  fanden
gegenseitige  Angriffe  statt,  wesshalb  inan  einen  Pass  des  Stromes  (kiang-kuan)
in  Stand  setzte.  Derselbe  befand  sich  ehemals  in  der  Gegend  der  Feste  Tschi-kia
(die  Feste  des  rothen  Panzers).  Später  wurde  er  an  die  südliche  Uferhöhe  von
Kiang-tseheu,  gegenüber  der  Feste  Pe-ti  (die  Feste  des  weissen  Kaisers)  verlegt.
Die  alte  Versperrung  befand  sich  im  Süden  des  späteren  Districtes  Fö  in  Kueitscheu.
  Lin-tsiü  ist  der  Name  eines  Districtes  und  Lehenfürstenthums  in  der
Provinz  des  Südens.  Die  alte  Feste  dieses  Districtes  befand  sich  im  Nordwesten
des  späteren  Districtes  Tang-yang  in  King-tscheu.  I-ling  ist  ein  District  der
Provinz  des  Südens,  der  spätere  District  Hiä-tscheu.  Die  alte  Feste  desselben
befand  sich  im  Nordwesten  dieses  späteren  Districtes.
            
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