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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

Kung-sün-schö  träumte,  dass  ein  Mensch  zu  ihm  sprach:  Acht
verderbte  Söhne  setzen  es  fort.  Zwölf  ist  die  bestimmte  Zeit 1 ).  —
Als  er  erwachte,  sagte  er  zu  seiner  Gattin:  Der  Stand  zwar  vornehm,
aber  die  Glückseligkeit  kurz,  was  hältst  du  davon?  —  Die  Gattin
antwortete:  Am  Morgen  den  Weg  erfahren  und  am  Abend  sterben,
lässt  sich  noch  immer  thun.  Um  wie  viel  mehr  ist  dies  der  Fall  bei
zwölf!  —  Als  hierauf  aus  seinem  Versammlungshause  ein  Drache  hervorkam ­
  und  in  seiner  Vorhalle  bei  Nacht  ein  glänzender  Schimmer
sich  zeigte,  hielt  er  dies  für  eine  Beglaubigung  und  glückliche  Vorbedeutung. ­
  Er  Hess  die  Linien  seiner  Handfläche  in  Stein  graben ­
  und  bildete  daraus  die  Worte:  Kaiser  von  dem  Geschlechte
Kung-sün.
Im  vierten  Monate  des  ersten  Jahres  des  Zeitraumes  Kien-wu
(25  n.  Chr.)  bewerkstelligte  er  seine  Einsetzung  zum  Himmelssohne
und  gab  sich  den  Namen  Tsching-kia  -).  Als  Farbe  schätzte  er  das
Weiss.  Indem  er  für  das  Jahr  einen  neuen  Namen  einführte,  nannte
er  es  das  erste  Jahr  des  Zeitraumes  Lung-hing  (die  Erhebung  des
Drachen).  Er  ernannte  Li-hiung  zum  grossen  Vorsteher  der  Schaaren,
  den  eigenen  jüngeren  Bruder  Kuang  zum  grossen  Vorsteher
der  Pferde,  den  anderen  jüngeren  Bruder  Kuei  zum  grossen  Vorsteher ­
  der  Räume.  Er  gab  dem  Landstriche  Yi  den  neuen  Namen  Hiaowei
  von  Sse-li,  der  Hauptstadt  von  Scho  den  neuen  Namen  Yiin  von
Tsching-tu  s).
tpV  Y^ Jin  kuei  aus  Yue-sui  hatte  ebenfalls  einen  Ta-yün  (Statthalter) ­
  Wang-mang's  getödtet  und  sich  in  der  genannten  Provinz
festgesetzt.  Derselbe  bewerkstelligte  jetzt  seine  Unterwerfung.  Kungsün-schö
  ertheilte  sofort  dem  Heerführer  fY  fi Heu  -tan  den  Auf-*)

  Uber  diese  Worte  findet  sich  nirgends  eine  Aufklärung.  Es  scheint  unzweifelhaft,
dass  unter  den  „acht  verderbten  Söhnen“  die  acht  unglücklichen  Thronbewerber
Lieu-hiuen,  Lieu-fan-tse,  Wang-lang,  Lieu-yung,  Li-hien,  Lu-fang,  Wei-ngao
und  Kung-sfin-schö  verstanden  werden.  Der  Letztgenannte  behauptete  sich,  nachdem ­
  er  sich  zum  Himmelssohne  aufgeworfen,  noch  zwölf  Jahre.
2 )  Weil  er  sich  in  Tsching-tu  (die  vollendete  Hauptstadt)  erhoben  hatte,  gab  er  sich
den  Namen  Tsching-kia  (das  vollendete  Haus).
3 )  Han  gab  der  Mutterstadt  den  Namen:  Abtheilung  des  Hiao-wei  von  Sse-li  und
schuf  die  Provinz  Yün  (Richtiges)  des  Kreises  der  Mutterstadt.  Bei  seiner  neuen
Erhebung  gab  es  Lö-yang  den  Namen  :  Abtheilung  des  Hiao-wei  von  Sse-li  und
schuf  die  Provinz  Yün  von  Ho-nan.  Kung-sün-schö  ahmte  dieses  nach.
            
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