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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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Pfizmaier

selbe  brachte  ihnen  eine  grosse  Niederlage  bei  und  schlug  sie  in  die
Flucht.  Die  Macht  und  das  Ansehen  Kung-sün-schö's  gewannen  hierdurch ­
  an  Verbreitung.
Der  die  Stelle  eines  „verdienstvollen  Richters“  bekleidende
pjt'i  Li-hiung  sprach  zu  Kung-sün-schö  Folgendes:  Gegenwärtig ­
  sind  die  vier  Meere  in  Aufruhr,  der  gemeine  Mann  kommt  ungelegen ­
  mit  seiner  Berathung.  Du,  o  Heerführer,  schnittest  ab  und
hältst  besetzt  ein  Land  von  tausend  Weglängen,  das  Zehnfache  des
Landes  der  Könige  Thang  und  Wu  ').  Wenn  du  emporreissest  die
Tugend  der  Macht  und  sie  wirfst  auf  die  Ritzen  des  Himmels  2 )  ,  so
kommt  die  Beschäftigung  eines  oberherrlichen  Königs  zu  Stande.
Man  sollte  verändern  Name  und  Benennung  ,  um  niederzuhalten  die
hundert  Geschlechter.  —  Kung-sün-schö  sprach:  Ich  habe  ebenfalls
darüber  nachgedacht.  Deine  Worte  fördern  meine  Absicht.  —  Hierauf ­
  liess  sich  Kung-sün-schö  zum  Könige  von  Scho  einsetzen  und  erwählte ­
  Tsching-tu  zu  seiner  Hauptstadt.
Das  Land  von  Scho  war  fruchtbar  und  reich  ,  die  Streitmacht
auserlesen  und  stark.  Die  vorzüglichen  Männer  und  gemeinen  Menschen ­
  der  fernen  Gegenden  kamen  häufig  herbei  und  unterwarfen
sich.  Die  Gebieter  und  Ältesten  der  südwestlichen  Fremdgebiete
Kiung  und  Tsö  erschienen  mit  Tribut  und  Geschenken.  Li-hiung
sprach  wieder  zu  Kung-sün-schö:
„Jetzt  herrscht  in  dem  Lande  des  Ostens  der  Berge  Hungersnoth,
  die  gemeinen  Menschen  verzehren  sich  gegenseitig  als  Speise.
Die  Festen  und  Städte,  über  die  durch  das  Kriegsvolk  Niedermetzelung-
  und  Zerstörung  ergangen,  sind  Erdhügel  und  Trümmerhaufen.
Die  bewässerten  Strecken  des  Landes  Scho  messen  tausend  Weglängen, ­
  Boden  und  Scholle  sind  fruchtbar  und  fett.  In  ihm  ist  es  ,  wo
Früchte  jeglicher  Art  wachsen,  wo  man  ohne  Getreide  sich  sättigt 3 ).

*)  Mei-sching  sagt  in  seiner  Vorstellung  an  den  König  von  U:  Das  Land  der  Könige
Thang  und  Wu  betrug  nicht  mehr  als  hundert  Weglängen.
2 )  Die  Zwischenräume  der  Zeiten  des  Himmels.
3 )  Das  bilderlose  Gedicht  auf  die  Hauptstadt  von  Scho  sagt:  An  den  Thören  des
Volkes  gibt  es  Citronengärten.  —  Es  sagt  ferner:  Melonenfelder,  Yamhütten.  —
Das  Buch  der  früheren  Han  sagt:  Tsö-wang-sün  sprach:  Ich  habe  gehört,  dass
auf  den  bewässerten  Strecken  an  dem  Fusse  des  Berges  Min  Zehrwurzel  wächst.
Bis  zu  dem  Tode  leidet  man  daselbst  keinen  Hunger.
            
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