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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

Die  Aufstände  Wei-ngao's  und  Kung-sün-schü’s.

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Wei-ngao  ergab  sich  durchaus  nicht.  Der  Kaiser  liess  hierauf
dessen  Solin  Siiin  hinrichten  und  beauftragte  U-han  und  den  „den
Süden  erobernden  grossen  Heerführer“  Tsin-peng  mit  der  Belagerung ­
  von  Si-tschung,  während  Keng-yen  und  37f~
Kai-yen,  der  „grosse  Heerführer  des  Tigerzahnes“,  den  Auftrag  zur
Belagerung  von  Schang-kuei  erhielten.  Der  kaiserliche  Wagen  kehrte
in  östlicher  Richtung  zurückt).
Nach  einem  Monate  starb  Yang-kuang  ,  und  Wei-ngao  gerieth
in  Noth  und  Verlegenheit.  Sein  „grosser  Heerführer“  Wang-tsie  befand ­
  sich  für  sich  besonders  in  Jung-khieu.  Er  bestieg  die  Stadtmauer
und  rief  dem  Kriegsheer  von  Han  die  Worte  zu:  Diejenigen,  welche
die  Vertheidiger  der  Festen  des  Königs  von  dem  Geschlechte  Wei,
müssen  sterben  und  dürfen  nicht  doppelherzig  sein.  Es  ist  mein
Wunsch,  daß  die  Kriegsheere  rasch  sich  auflösen.  Ich  bitte,  mich
selbst  tödten  zu  dürfen,  damit  ich  dieses  in’s  Licht  stelle.  —  Hierauf
durchschnitt  er  sich  den  Hals  und  starb.
Nach  einigen  Monaten  führten  Wang-yuen,  Hang-siün  und
Tscheu-tsung  die  zu  Hilfe  geschickte  Streitmacht  von  Scho  ,  deren
Stärke  fünftausend  Menschen  betrug.  Indem  sie  sieb  einen  hochgelegenen ­
  Ort  zu  Nutzen  machten,  rückten  sie  plötzlich  heran,  Hessen
die  Trommejn  rühren  und  alles  rief  mit  lauter  Stimme:  Eine  Heeresmenge ­
  von  hundertmal  zehntausend  Menschen  ist  im  Anzuge!  —
Das  Kriegsheer  von  Han  gerieth  in  grossen  Schrecken.  Noch  ehe  es
seine  Reihen  gebildet  hatte,  durchbrachen  Wang-yuen  und  die  (ihrigen ­
  Anführer  den  Kreis  der  Belagerer,  und  es  gelang  ihnen  ,  indess
sie  todesmuthig  kämpften  ,  sofort  in  die  Feste  zu  dringen.  Daselbst
holten  sie  Wei-ngao  ah  und  kehrten  mit  ihm  nach  Ki^)  zurück.  Als
endlich  die  Mundvorräthe  U-han’s  und  seiner  Gefährten  zu  Ende  gingen, ­
  zogen  diese  Heerführer  ab.  Hierauf  empörten  sich  die  Provinzen
Ngan-ting,  Pe-ti,  Thien-schni  und  Lung-si  von  Neuem  gegen  Han
und  erklärten  sich  für  Wei-ngao.
Im  Frühlinge  des  neunten  Jahres  des  Zeitraumes  Kien-wu
(33  n.  Chr.)  erkrankte  Wei-ngao  und  war  zugleich  hungerig.  Er
zog  aus  der  Feste  und  verzehrte  gerösteten  Reis.  Dabei  ärgerte  er
1)  Weil  die  Räuber  von  Ying-tschuen  aufgestanden  waren,  kehrte  der  Kaiser  nach
Osten  in  seinen  Palast  zurück.
-)  Ein  District  der  Provinz  Han-yang.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXII.  Bd.  IV.  Heft.

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