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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

Die  Aufstände  Wei-ngao’s  und  Kung-sün-schö’s.

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und  Güter  werden  jährlich  erneuert  Die  Angestellten  und  das  Volk
geriethen  in  Verwirrung,  sie  wussten  nicht,  wornach  sie  sich  richten
sollten.  Die  Kaufleute  und  Reisenden  geriethen  in  Verlegenheit,  sie
riefen  laut  und  weinten  auf  den  Wegen  der  Märkte.“
„Er  schuf  die  sechs  Gesammtleitungen 2 ).  Er  vermehrte  und
vervielfältigte  die  Abgaben  und  Einsammlungen.  Er  schneidet  und
schält  die  hundert  Geschlechter.  Er  bezieht  in  grossem  Massstabe
den  Unterhalt.  Die  Päcke  und  Umschläge  wandeln  umher  wie  ein
Strom,  die  Güter  gelangen  zwischen  die  Seitenhölzer  der  öffentlichen
Wagen 3 ).  Höhere  und  Niedere  sind  begierig  nach  Geschenken,  sie
massregeln  und  beaufsichtigen  sich  gegenseitig  nicht.  Die  Menschen
des  Volkes  wurden  angeklagt,  sie  hielten  unter  den  Armen  Kupferasche ­
  und  verfielen  den  Obrigkeiten  der  Weingefässe  4 ).  Die  Straf-*)

  Das  Volk  fand  damals  die  fünf  Candarin  wiegenden  Kupfermünzen  von  Han  bequem.
Da  die  Kupfermüuzen  Wang-mang’s  grösser  oder  kleiner  waren,  konnte  man  nicht
wissen,  welche  von  beiden  Gattungen  gemeint  sei.  Man  handelte  und  kaufte  daher
insgeheim  mit  den  fünf  Candarin  wiegenden  Kupfermünzen.  Wang-mang  war
hierüber  ungehalten.  Er  liess  eine  Schrift  herabgelangen,  welche  den  Gebrauch
der  fünf  Candarin  wiegenden  Kupfermünzen  als  eine  Unterlassung  erklärte.  Wer
dieser  Anordnung  zuwiderhandelte,  sollte  nach  den  auswärtigen  Gegenden  verbannt ­
  werden.
2 )  Wang-mang  erliess  den  Befehl  der  sechs  Gesammtleitungen  (lö-kuan,  eigentlich  :
sechs  Röhre.)  Dies  bezog  auf  die  folgenden  sechs  Gegenstände:  den  Verkauf
des  Weines,  den  Verkauf  des  Salzes,  eiserne  Geräthe,  das  Giessen  der  Kupfermünzen, ­
  die  namhaften  Berge,  die  grossen  Sümpfe.  Die  Obrigkeiten  der  Districte
wurden  angewiesen,  sich  mit  den  Abgaben  von  diesen  Gegenständen  zu  befassen
und  deren  Erträgnisse  einzusammeln.
8 )  Wang-mang  befahl  den  sieben  Fürsten,  den  sechs  Reichsministern  und  den  mit
verschiedenen  Namen  bezeichneten  Heerführern,  sich  in  die  grossen  Provinzen
zu  theilen  und  diese  niederzuhalten.  Die  genannten  Würdenträger  Hessen  in  den
auswärtigen  Gegenden  Schleichhandel  treiben,  und  hielten  mit  den  Waaren  einen
Markt.  Dabei  plünderten  sie,  ohne  wählerisch  zu  sein,  die  hundert  Geschlechter
des  Volkes.
Zu  den  Zeiten  Wang-mang’s  wurden  die  Länder  im  Osten  des  Grenzpasses  von
grosser  Hungersnoth  und  von  Heuschreckenplage  heimgesucht.  Die  Menschen
übertraten  die  Vorschriften  hinsichtlich  des  Giessens  der  Kupfermünzen.  Die
Genossenschaften  von  fünf  Menschen  wurden  in  Gemeinschaft  angeklagt  und  zu
Sclaven  der  Obrigkeiten  erklärt.  Die  Männer  wurden  in  vergitterte  Wagen  gesetzt,
die  Kinder  und  Weiber  gingen  zu  Fusse  und  hatten  den  Hals  mit  eisernen  Ketten
beladen.  Sie  wurden  in  der  Zahl  von  achtzigmal  zehntausend  Köpfen  zu  den
„Obrigkeiten  der  Weingefässe“  geführt.  An  dem  Orte  der  Bestimmung  angekommen, ­
  erhielten  sie  andere  Gatten,  und  sechs  bis  sieben  Zehntel  starben  vor
            
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