Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

162

P  f  i  z  m  a  i  e  l*

alters  0-  Wei-ngao  und  dessen  Genossen  nannten  sich  Diener.  Die
beschäftigten  Vermerker 2 )  reichten  eine  Rundtafel 3 )  und  brachten
die  Meldung.  Nach  dem  Gebete  grub  der  Inhaber  des  Vorsteheramtes
eine  Grube  in  dem  Vorhofe 4 ).  Indem  er  ein  Pferd  herbeizog  und  in
der  Hand  ein  Messer  hielt,  reichte  er  eine  Schüssel  und  legte  einen
Löffel  nieder.  Er  zerhieb  sodann  das  Opferthier  und  sagte  den
Schwur 5 ).  Dieser  lautete:  Wir,  die  Theilnehmer  an  dem  Schwure,
sind  ein  und  dreissig  Anführer,  sechzehn  Geschlechter.  Wir  empfangen ­
  vertrauensvoll  das  Gesetz  des  Himmels,  wir  erheben  und  stützen
das  Stammhaus  Lien.  Wenn  Jemand  verrätherische  Gedanken
hegt,  so  mögen  die  Götter  des  Lichtes  ihn  verderben.  Der  hohe  Ahnherr, ­
  Kaiser  AVen,  Kaiser  AA r u  mögen  zum  Herahfallen  bringen  sein
Lebensloos.  Sein  Stammhaus  werde  überzogen  von  Waffenmacht.
Über  seine  Verwandtschaften  und  sein  Geschlecht  komme  die  Vernichtung. ­

Der  Inhaber  des  A r orsteheramtes  reichte  den  Löffel  mit  dem
Blute  und  trat  vor  den  „Bewahrer  des  Kriegsheeres“.  Dieser  erhob
die  Hand,  legte  sie  auf  die  Brust  und  sprach  zu  den  Heerführern:
Bei  wem  der  Löffel  nicht  mit  Blut  benetzt  wird,  hei  wem,  wenn  er
das  Blut  auf  den  Mund  streicht,  dasselbe  nicht  in  den  Mund  gelangt,
der  betrügt  das  Licht  der  Götter.  Seine  Strafe  sei  wie  in  dem
Schwure.  —  Man  vergrub  hierauf  das  Blut  und  legte  eine  Schrift
bei,  indem  man  durchaus  nach  den  alten  Gebräuchen  verfuhr.
Nach  Beendigung  der  Feierlichkeit  sandte  man  schuhlange
Schrifttafeln  aus,  auf  welchen  man  den  Provinzen  und  Reichen  Fol-Der
  hohe  Ahnherr  (kao-tsu)  ist  Kaiser  Kao,  das  grosse  Stammhaus  (tai-tsung)
Kaiser  Wen,  das  Stammhaus  des  Zeitalters  (schi-tsung)  Kaiser  Wu  von  Han.
2 )  Die  Vermerker  sind  die  hei  dem  Gebete  beschäftigten  Vermerker.
3 )  Durch  die  Rundtafel  bezeigt  man  den  Göttern  seine  Ehrfurcht.
*)  Nach  den  Gebräuchen  der  Tscheu  handhabt  der  Vorsteher  des  Schwures  die  Vorschriften ­
  für  den  Inhalt  des  Schtvures.  Der  Inhalt  sind  die  Worte  des  Schwures.
Man  schreibt  diese  Worte  auf  eine  Tafel,  tödtet  das  Opferthier  und  nimmt  dessen.
Blut.  Man  legt  hierauf  das  Opferthier  in  die  Grube,  gibt  oben  die  Schrift  hinzu
und  vergräbt  es.
5 )  Das  Buch  der  früheren  Han  sagt:  Han  entsandte  Han-lschang  und  Andere.  Dieselben ­
  bestiegen  mit  dem  Schen-yii  und  den  grossen  Dienern  gemeinschaftlich
den  Berg  im  Osten  des  Flusses  Nö.  Daselbst  schlachteten  sie  ein  weisses  Pferd.
Der  Schen-yü  bediente  sich  eines  Messers  der  „Fusssteige“,  eines  goldenen  Lieuli
  und  rührte  den  „Wein“  um.  —  Ying-schao  sagt  hierzu:  Lieu-li  ist  ein  Speiselöffel.
  Er  rührte  mit  dem  Löffel  das  Blut  um  und  strich  es  auf  den  Mund.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.