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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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Z  i  n  g-  e  r  1  e

Dr.  T.  Wild  au  er  ohne  Erfolg  blieben.  Vom  Weisthurne  der
Hofmark  Lichtenwert  und  Münster  (1518  und  1519),  von  dem
sich  eine  Copie  im  Lichtwerer  Schlossarchiv  befindet,  theilte  mir
mein  verehrter  Collega  Prof.  Dr.  v.  Jnama  S  t  e  r  n  e  g  g  eine  Abschrift
mit.  Dies  Weisthum  gewinnt  dadurch  noch  an  Interesse,  da  sich
dabei  ein  Verzeichniss  der  „Holzmarchen“  v.  Jahre  1550  befindet, ­
  das  einen  erfreulichen  Beitrag  zu  einer  Sammlung  deutscher
Hofmarkzeichen  biethet.
Ein  zweiter  Ausflug  ins  Unterinnthal  ergab  wenn  auch  nicht
reiche,  doch  einige  Ausbeute.  In  Baumkirchen  fand  sich  in  der
Gemeindelade  „Vidimierte  Oeffnungsabschrift  des  Dorfes  zu  Baumkirchen ­
  der  Herrschaft  Thaur“,  Papier,  10  Blätter  in  Folio  vom
Jahre  1764.
Bl.  2 a .  „Vermerkt  die  Vermeidung  und  Öffnung  des  Dorfes  Recht
zu  Baumkirchen,  wie  dan  das  von  alter  herkommen  ist.“
Bl.  10“.  „Das  vorstehende  Abschrift  einer  anhero  gebracht  pirmentenen
  Dorfes-Öffnung  von  Baumkirchen  und  hievon  am  17.  8ber
1547  hiraus  erthailt  vidimirten  Abschrift,  warvon  zwar  die  Öffnung
selbst  mit  einer  glaubwürdigen  Besiglung  nicht  versehen,  den  wörtlichen ­
  Inhalt  nach  gleichstimmig  seie,  wird  hiemit  von  Amtswegen
bezeuget.  Thaur,  den  12.  April  1764.  Michael  Piffrader,  Gerichtschreiberei ­
  Verwalter  alda.“
Für  das  hohe  Alter  dieser  Öffnung  zeugt  Bl.  8 b  der  §:  „Item
oh  man  einen  schädlichen  übelthätigen  mann  hie  im  dort'  fieng,
das  soll  man  der  herrschaft  zu  wissen  thun;  kommt  dann  die
herrschaft  und  nimt  den  schädlichen  mann  an  gefänglich,  das  ist
wohl  und  gut;  kommt  aber  die  herrschaft  nit,  so  soll  man  die  Milser
wissen  lassen  und  die  nachbauren  von  Baumkirchen  sollen  darnach
den  schädlichen  mann  antworten  auf  die  Stainbrucken  und  daselben
an  der  Stainbrucken  mit  einem  seidenen  Faden  an  die  Gattersaule
binden;  daseihen  häng  er  dan  lang  oder  kurz.“*)
In  Fritzens  ergab  sich  keine  Ausbeute,  dagegen  enthielt
die  Gemeindelade  in  Terfens  „Der  von  Terfens  Ehehaft  und
Öffnung“,  Papier,  14  Blätter  in  Folio.  Abschrift  aus  dem  18.  Jahrhundert. ­


Vgl.  Grimm,  Rechtsalterthiimer  182.
            
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