Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles (König Oidipusj. 9t
TeAsi wird hiebei in der Bedeutung „({indem“ genommen. Eine Widerlegung
dieser Auffassung, die eben so wunderlich ist, wie ihre Begründung,
ist natürlich überflüssig.
Die Überlieferung rsAst ist schlechterdings unhaltbar, mag man
das Wort in der Bedeutung teAe'co? nehmen, oder „morti“ erklären
oder wie immer auffassen. Bedenklich ist Hermann’s Conjectur rsAsiv,
auf die derselbe übrigens kein grosses Gewicht gelegt wissen wollte.
Ansprechend ist dagegen Bergk's rsAst 7 «cp d. h. „denn er (Ares)
wird’s vollbringen (wozu das Object aus flsysi 192 zu entnehmen
ist), nämlich dann, wenn meine Bitte nicht in Erfüllung geht und
ihm weiteres Wirken gestattet wird“. Aber das Asyndeton rslsi ydpet
tc yü£ zfVi TOör’ sk •op.ap sp-yszai ist unmöglich. Es ist desshalb
wol zu schreiben:
tsIsl yäp, si, to (d. i. o) vvc dcyji,
tovt' en’■np.ap sp^srou.
Hiebei ist et = si quidem.
Die Rede des Königs Oidipns.
V. 216—275.
Diese in mehrfacher Hinsicht merkwürdige Rede hat bekanntlich
zu einer wissenschaftlichen Controverse zwischen 0. Ribbeek und
Classen Anlass gegeben. Nachdem Ribbeek (Rhein. Mus. XIH,
S. 129 ff.) die handschriftlich überlieferte Reihenfolge der Verse 246
bis 272 verworfen und die Umstellung der sechs Verse 246—251
nach V. 266, also die Anordnung 245, 252-272, 246—251,^73 ff.
vorgeschlagen hatte, bekämpfte Classen diesen Vorschlag und suehte
die Richtigkeit der Überlieferung darzuthun, wodurch Ribbeek zu
einer Erwiderung veranlasst ward, in welcher er seine früher ausgesprochene
Ansicht vertheidigte {). Eine wiederholte Prüfung der
Rede desOidipus hat mich in der Überzeugung von der Richtigkeit der
Überlieferung bestärkt, zugleich aber auch in der Ansicht, dass die
Verteidigung der überlieferten Folge von einem anderen Standpunkte
geführt werden muss, als der von Classen eingenommene ist. Wenn
nämlich die Überlieferung nicht anders aufrecht erhalten werden
0 Ich citire iin folgenden nach der Seitenzahl des „besonderen Abdruckes aus dem
rhein. Mus. für die Milglieder der 20. Versammlung d. Phil.“. Frankfurt a.M. 1861.