Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles (König Oidipus). 83
starke Negation gebraucht wird. So II. 7 306 ov koj (niemals) rAr,-oojx’
iv äf^ocXfxoX'jiv öpäaSou jj.ccpvdjj.svov filov vc6v. p. 270 ov mo
xdvrsg ojxoloi ocvipsg iv xoXsjjl'j) u. a. In demselben Sinne kommt
ovnors vor, z. B. Soph. Phil. 1035 ff.
olslojs d’ voixvxoTsg
tov ävopcc rovds, Ssoloiv st diy.fjg jj.iXsi.
s^oiocc o'djg [j.tAsi 7’ • sTzsi oijnor ccv aroAov
ixlsOaccr ccv rovo’ ovvsx ocvopog dS'Aiov,
si jxr] n y.svrpov SsTov fj7’ vjj.äg i[j.ov.
Ebenso im Latein n lim quam bei Plaut. Asin. 3, 3, 40: Qui
hodie numquam ad vesperam vivam! Dass solche temporale Wörter
im Sinne einer starken Negation gebraucht werden, kann 11m so
weniger Wunder nehmen, da auch locale Adverbia in derselben Weise
fungieren.
V. 106 f.
tovtov SxvovTog vOv imarsllsi occcpüg
TOijg avrosvrccg ystpi rijxoJpsTv rcväg.
Nauck und Heimsoeth (Krit. Stud. I, 134) vermuthen Ssög für
für nvag; in der 5. Auflage stellt Nauck auch die Möglichkeit, aacpüg
mit 3c!5g zu vertauschen, hin. Heimsoeth sagt, so oft er die Stelle im
Zusammenhänge lese, meine er, es müsse heissen $$6g. „Dieses
Subject durfte wieder einmal ausgesprochen werden, und dass es
zum Schlüsse eintrete, darauf scheint der ganze Satz geformt zu
sein.“ Ich meine im Gegensätze dazu, dass, gerade wenn man die
Stelle im Zusammenhänge liest, das Bedürfnis der Conjectur
Ssög sich nicht fühlbar macht. Allerdings ist das Subject (boißog (96)
von den Worten 106 f. durch eine ziemliche Anzahl von Versen getrennt;
aber damit man im V. 107 das Subject -3-egs nicht vermisse,
dafür sorgt V. 102. Wenn in diesem Verse das Subject noch nicht
vermisst wird, so kann auch im V. 106 oder 107 von einem Vermissen
keine Rede sein. V. 106. 107 hängt ja eng mit 103. 104 zusammen.
Der ganze Verscomplex 103. 104. 106. 107 bildet eine
Antwort auf die Frage des Oidipus 102. Diese innerlich zusammenhängende
Antwort Kreon's wird nur der äusseren Symmetrie zuliebe
(um das stichomythische Verhältnis 1 : 2 durchzuführen) durch
6’