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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles  (König  Oidipus).  8  l

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KP.  fjv  fjfxiv,  covcc|,  Adlig  noS’  i^yEfjüov  y.zh
Im  V.  99  ist  das  überlieferte  zpirzog  nicht  anzutasten.  Sein-  gut
und  klar  bestimmt  Meineke  (Anal.  Sopli.  p.  221)  den  Zusammenhang: ­
  „Dixerat  Creon  iubere  deum  zo  p.ixop.a.  zf,g  ydopag  iltxvvstv,
tum  Oedipus  quo  piamento?  et  cuius  generis  est  quod
dicitdeuspiaculum?  ad  haec  Creon  aut  exilio  aut  caedem
caede  luendo;caedes  enim,  null  um  aliud  piaculi  ge  nus
est,  quo  civitas  agitatur“.  Gegen  F.  W.  Schmidt’s  Bemerkung
(Anal.  Sopli.  et  Eur.  p.  26):  „miror  reliquisse  adbuc  zpinog  interpretes.
  Quo  genere  enim  calamitatis  civitas  vexetur,  non  fugit
Oedipum,  ignorat  vero  rationem  expiandi.  Quare  haud  scio  an
emendetur  oratio  hae  coniectura:  sotto  y.aJ}ap[xä>  ■  zig  6  jripogzrig
£vp,'popäg;“  ist  folgendes  zu  erinnern:  Oidipus  weiss  bisher
(nach  V.  98)  nur,  dass  ein  fua.aii.ci  ydtpag  existiert;  durch
welche  Tliat  dies  [xiccoixx  erzeugt  worden  ist,  das  weiss  er
noch  nicht;  denn  ein  fjuaspa  y&pxg  kann  seinen  Grund  in
verschiedenen  Verbrechen  haben.  Erst  durch  V.  100  f.
erfährt  er,  dass  der  Gott  einen  Mord  meint,  und  erst  durch
V.  103  ff.,  dass  er  die  Ermordung  des  Laios  meint.  Er  konnte  demnach ­
  V.  99  fragen:  „welcher  Art  ist  die  £uixyopd,  d.  i.  piaculum?“
—  Dass  die  Fragen  des  Oidipus  ein  Hysteron  proteron  enthalten,
ist  bekanntlich  keine  beispiellose,  sondern  eine  ziemlich  häufige  Erscheinung, ­
  und  an  dieser  Stelle  ist  das  Hysteron  proteron  sehr  erklärlich. ­
  Oidipus  fragt  hastig  im  Anschlüsse  an  ptaou«  yjhpag
ezaovstv,  welche  Sühne  der  Gott  meine;  er  erinnert  sich  aber  sofort,
dass  er  noch  nicht  einmal  weiss,  wodurch  die  Sühne  nothwendig
geworden  ist  und  darum  fragt  er  zig  6  zpinog  zf,g  ^vp.fopäg;  Auf
beide  Fragen  erhält  er  eine  Antwort.
Im  V.  101  sucht  Heimscfeth  (Krit.  Stud.  I,  lö4)  die  Überlieferung ­
  zio  (Hermann  conjieierfe  zdo  ,  Mudge  rvjvo’)  damit  zu  rechtfertigen,
  dass  „aus  dem  Orakel  geantwortet  wird“.  „Der  Gott  sprach
ohne  weiteres  von  einem  Mord  und  hczeiehnete  dies  Blut  als  den  Grund
der  Pest“.  Ichhalle  gegenüber  dieser  sehrgesuchten  und  sehr  unwahrscheinlichen ­
  Erklärung  >)  an  der  einfachen,  von  Erfurdt  und  Schäfer

J )  Gut  bemerkt  Schneidewin  zu  V.  06:  „Spricht  Kreon  nicht  gleich  bestimmt  vom
Morde  des  Laios,  so  hat  das  seinen  Grund  in  der  durch  Fragen  und  Antworten  he-Sitzh.
  d.  phii.-hist.  CI.  LXI.  Bd.,  I.  Hft.  6
            
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