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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  I.  05
anderen  in  der  Geschichte  dieses  Zeitraums  besser  bewanderten  das
mir  fehlende  zu  ergänzen.
Über  den  in  dem  Dialog  genannten  Paulus  Corbio,  der  sonst
in  Valla's  Schriften  nicht  erwähnt  wird,  kann  ich  keine  Auskunft
geben.  Was  aber  den  in  der  praefatio  erwähnten  Serra  (ad  amicissimitm
  mihi  SerramJ  anlangt,  au  den  Valla  eine  umfangreiche
epistola  apologetica  geschrieben,  so  möchte  man  geneigt  sein,  in
ihm  des  Königs  Alphons  Almosenier  Bernardus  Serra,  Cisterziensermönch
  und  Magister  der  Theologie  zu  erkennen,  welcher  gerade  in
denselben  Jahren  und  in  ähnlichen  Unterhandlungen  mit  Pabst
Eugen  und  dem  Baseler  Concil  wiederholt  begegnet  wie  der
Bischof  von  Lerida,  und  es  wäre  nicht  ohne  Interesse  wahrzunehmen,
dass  Laurentius  Valla,  der  seinerseits  in  die  Verhandlungen  über
den  Neapolitanischen  Thronstreit  nicht  uneingeweiht  war,  so  wie
er  einem  Diplomaten  wie  Garcia,  einem  Staatsmann  wie  Platamon
nahe  stand,  auch  mit  jenem  im  Rath  des  Königs  angesehenen  Theologen ­
  freundschaftliche  Beziehungen  unterhalten  und  ihn  ausersehen ­
  habe,  um  in  einer  eingehenden  epistola  sich  wegen  der  ihm
,4 )  Sehon  1432  war  dieser  Bernardus  Serra  vom  König  Alphons  an  das  Baseler
Concil  gesendet  worden:  das  ihm  ausgestellte  königl.  Creditiv  nebst  zwei
anderen  Schreiben  des  Königs  an  das  Concil  bei  Martene  &  Durand  Vet.
script.  ampl.  coli.  Tom.;VIII.  f.  188—193;  und  von  demselben  Serra  rührt  her
die  ebend.  f.  206  abgedruckte  Propositio  facta  per  dominum  eleomosynarium
  regis  Aragonensis  in  congregatione  generali  s.  conc.  Basil.  —  Im
J.  1435  ist  Serra  beim  König  in  der  Gefangenschaft  in  Mailand  (f  111'ita
III  f.  232  v.)  und  im  folgenden  Jahre  führt  er  mit  Pabst  Eugen  Unterhandlungen ­
  in  der  Neapolitanischen  Erhfolgefrage  (Qurita  1.  c.  f.  236.
237.  242);  1437  geht  er  abermals  mit  Aufträgen  des  Königs  nach  Basel
(Qurita  fol.  243  v.),  ist  aber  1438  wieder  in  Italien,  und  in  Unterhandlungen ­
  mit  Pabst  Eugen  (tjurita  f.  249  v.j.  —  Es  ist  dabei  nicht  zu
vergessen,  dass  Valla  selbst  mit  dem  Baseler  Concil  in  Verbindung  stand:
denn  die  Anklage,  dass  er  von  dort  wegen  seiner  feindseligen  Gesinnung
gegen  Pabst  Eugen  Beneficien  erlangt  habe  (Apolog.  z.  E.),  wird  von  ihm
nicht  stricte  widerlegt.  —  Dass  Valla’s  Freund  Serra  ein  Spanier
gewesen,  könnte  man  auch  daraus  schliessen,  dass  Spanier  dieses  Namens
mehrfach  genannt  worden,  wenn  auch  nicht  aus  dieser  Zeit:  doch  ist  auch
dieser  Schluss  nicht  sicher,  und  die  ganze  Frage,  da  uns  Valla  nicht
wenigstens  noch  den  Vornamen  gegönnt  hat.  schwerlich  zu  entscheiden.
Nur  soviel  scheint  klar  nach  der  Art,  wie  er  in  der  Widmung  an  Platamon
eingeführt  wird,  dass  es  eine  in  jenen  Kreisen  hinreichend  bekannte
Persönlichkeit  gewesen  sein  muss.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXI.  Bd.,  I.  Hit.

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