Laurentii Vallae opuscula tria. I.
59
voraus, und in der dieser Schrift Vorgesetzten Widmung beklagt
sich Valla, dass Aurispa die Elegantiae, noch bevor sie jemanden
gewidmet worden, puhlicirt habe: veritus sum, ne quod elegantiis
accidit, id huic libro accideret: cum enim Mas ad nullum scribo,
sed ad' te atque ad loannem Aurispam cognoscendas mitto, ie
absente Aurispa publicavit, ut iam post infinita exempla vix ausim
eas ad aliquem scribere (vgl. auch die viel spätere Dedication der
Elegantiae an Iohannes Tortellius). In den Ende Deeember 1444
an Aurispa und Anfang 1445 an Gherardo Landriani geschriebenen
Briefen (Epistolae principum p. 345 u. p. 3 G ft) redet er von den
Marginalglossen, durch die er das Werk noch nützlicher gemacht
zu haben hoffe, und der Absicht, die Raadensia als VII. Buch den
bisherigen sechs hinzuzufügen.
Sowie nun die bisher besprochenen Schriften de voluptate oder
de vero bono, dialecticae quaestiones, elegantiae linguae latinae
durch die innern Beziehungen der einen auf die andern in dieser
Abfolge chronologisch geordnet erscheinen, so verhält es sich auch mit
den beiden noch übrigen Dialogen de libertate arbitrii und deprofessione
religiosorum. Beide Schriften werden durch die früher hervorgeliobene
Gleichartigkeit in der Anlage näher an einander gerückt
und die zweite nimmt auf die erste ausdrücklich Bezug, sowie diese
hinwiederum auf den Dialog vero bono verweist (de libertate arbitrii
p. 1000: in praesentiarum vero ostendere volumus Boetium . .
non eo modo quo debuit disputasse de libero arbitrio in quinto
libro de consolatione: nam primis quatuor libris respondimus in
opere nostro de vero bono). Allerdings finden sich in jenen beiden
Dialogen keine directen Beziehungen auf die Dialektik oder auf die
Eleganzen. Allein die im übrigen deutlich vorliegende chronologische
Reihenfolge, in welcher die Schriften aufgeführt werden, kann nicht
daran zweifeln lassen, dass es gleichfalls einen chronologischen
Grund hatte, dass Valla diese beiden Dialoge nicht dem älteren de
vero bono unmittelbar angereiht, sondern von diesem durch die
zwischengestellten ganz anderartigen Bücher über die Dialektik und
die Eleganzen getrennt hat. Schon nach dieser Erwägung muss es
als nicht wohl überlegt erscheinen, dass Clausen in der seinem
Buche angehängten chronologischen Tabelle (vgl. die Besprechung
S. 73) den Dialog de libertate arbitrii unmittelbar hinter dem
andern de voluptate unter Pa via (1431J eingereiht hat. Zwar