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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  I.

S3

scolastiche  e  ne  famigliari  ragionamenti  seien,  die  auf  die  professio
bezüglichen  Sätze  zu  der  letzteren  Classe  gerechnet  zu  haben.
Clausen  Laurentius  Valla  p.  177  hat,  soviel  ich  erkennen  kann,  in
seiner  Inhaltsübersicht  der  Apologia  diesen  doch  nicht  eben  gleichgültigen ­
  Abschnitt  ganz  übersprungen.  G.  Voigt  aber,  dessen  Beurtheilung
  Valla's  überall  weniger  auf  dessen  eigenen  Schriften  als
auf  A.  W.  Zumpt’s  Auszug  aus  Poggiali’s  Memorie  basiert  ist,  äussert
sich  Wiederbelebung  p.  226  so,  als  ob  die  Behauptung,  'dass  die
Mönche  sich  mit  Unrecht  einbildeten,  wegen  ihrer  Profession  mehr
Verdienst  zu  haben  als  andere  Menschen’,  nebst  anderen  dort  gar
nicht  hingehörenden  Sätzen  in  den  'Tractaten  über  die  Wollust  und
über  den  freien  Willen’  vorgekommen,  in  denen  doch  gar  nichts  auf
diese  Frage  bezügliches  zu  finden  ist 2 ).  Und  das  war  aus  der
Apologia  selbst  zu  entnehmen,  in  welcher  nicht  blos  die  von  Valla  für
die  beabsichtigte  öffentliche  Disputation  aufgestellten  und  dann  von
der  neapolitanischen  Inquisition  aufgegriflfenen  Thesen  (quaestiones)
der  Reihe  nach  aufgezählt,  sondern  auch  die  Schriften,  aus  welchen
die  einzelnen  Sätze  gezogen  sind,  mit  hinreichender  Deutlichkeit
unterschieden  werden.  Auf  die  quaestiones  selbst,  bei  welchen  einige
Schwierigkeiten  zu  erledigen  bleiben,  will  ich  hier  nicht  näher  eingelien;
  die  Schriften  aber  werden  in  folgender  Reihenfolge  aufgeführt: ­
  1)  de  voluptate  oder  nach  der  spätem  Aufschrift  de  vero
bono,  welche  dem  engherzigen  Fanatismus  am  meisten  Scrupel  be-.
reitet  zu  haben  scheint  und  daher  von  Valla  am  eingehendsten  verfochten ­
  .wird;  2)  de  repastinaiione  philosophiae  oder,  wie  sie
gemeinhin  genannt  wird,  dialecticae  quaestiones;  3)  elegantiae
linguae  latinae;  4)  de  libertate  arbitrii;  S)  de  professione  religiosorum;
  6)  de  symbolo  apostolico 3 ).  Über  den  letztem  Gegen-Die
  einzige  dem  Antonius  Panormita  (de  volupt.  I  c.  44—46  p.  923  ff.)
sowie  in  der  späteren  Bearbeitung  (nach  Antidotum  IV  p.  342  fg.)  dem
Maphaeus  Vegius  in  den  Mund  gelegte  epicureische  Verdammung  der
virgines  sanctimoniales  oder  Vestales  bat,  selbst  wenn  die  Beziehung  auf
gegenwärtige  Verhältnisse  zuzugeben,  mit  der  Frage  der  professio,  wie
sie  in  der  Apologia  behandelt  wird,  gar  nichts  zu  thun.
3 )  Aus  den  Schlussworten  der  Apologia  p.  800  entnimmt  man  noch,  dass  auch
Valla  zur  Zeit  des  Unionsconcils  zu  Florenz  mit  der  damals  vielfach  auch
ausser  dem  Concil  verhandelten  Frage  über  den  processus  Spiritus  sancti
sich  befasst  hatte:  nam  illa,  quae  de  spiritu  sancto  obiecerunt,  respondi
mentiri  eos  ,  qui  me  affirmasse  aliquid  contra  ecclesiam  criminarenlur,  sed
            
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