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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  n

Cicero  geläufigen  Weise)  die  drei  Hauptunterredner  Leonardus
Aretinus,  Antonius  Panormita,  Nicolaus  Niccoli,  jeder  seinen  Standpunkt ­
  in  der  zu  erörternden  Frage  über  das  höchste  Gut  in  einer
oratio  perpetua  darlegt  (worauf  p.  911  und  964  ausdrücklich  Bezug
genommen  wird)  und  die  übrigen  fast  nur  zur  Staffage  dienenden
Personen  nur  in  den  Übergängen  von  einer  Hauptgruppe  zur  andern
mässig  in  den  Dialog  eingreifen.  Überdies  hat  Valla  hier  eine  reichere
Scenerie  angewendet:  der  dritte  Haupttheil,  in  welchem  der  greise
Niccoli  die  christliche  Glückseligkeit  darzulegen  hat,  ist  von  den
beiden  vorangegangenen  Abschnitten,  in  denen  die  antike  Ethik  an
den  Gegensätzen  des  Stoicismus  und  Epicureismus  zur  Anschauung
gebracht  wird,  durch  ein  Gastmahl  abgetrennt,  was  p.  998  zu  der
schalkhaften  Bemerkung  Anlass  gibt,  dass  Nicolaus  den  Panormita
überboten,  weil  letzterer  ieiunus,  jener  cibo  potuque  refectus  gesprochen ­
  habe:  und  den  Schluss  bildet  ein  Komos  in  antikem  Stil,
indem  die  Gesellschaft  den  Niccoli  unter  Fackelbeleuchtung  nach
Hause  geleitet.
Dass  Valla,  der  in  diesen  drei  Schriften  nach  verschiedener ­
  Seite  in  der  dialogischen  Kunst  sich  versucht  hat  —  hinzu ­
  kommen  noch  die  beiden  komisch-polemischen  gegen  Poggio  —
über  die  Aufgaben  des  Dialogs  klarer  sah  als  andere  zeitgenössische
Schriftsteller,  deren  mehrere  sich  der  dialogischen  Form  bedient
hatten,  das  zeigt  er  überdies  in  den  scharfen  Kritiken,  denen  er  in
den  Recrimhiationes  (p.  541  fg.)  einen  Dialog  des  Facius  und  in  dem
zweiten  Dialog  gegen  Poggio  (p.  378)  eine  dialogische  Aufzeichnung ­
  dieses  unterzieht.
*  *
Den  die  Schrift  de  professione  angehenden  Abschnitt  der  Apologia
  ad  Eugeniam  habe  ich  im  Anhänge  zu  ersterer,  nach  zwei
Handschriften  berichtigt,  abdrucken  lassen,  nach  denen  eine  vollständige ­
  Bedaction  der  Schrift  wenigstens  an  einem  Beispiel  zeigen
könnte,  bis  zu  welchem  Grade  Valla’s  Werke  in  dem  gangbarsten
Baseler  Drucke  (apud  Henricum  Petrum  1340)  verunstaltet  sind.
Über  diesen  Abschnitt  der  Apologia  redet  Poggiali  Memorie  di
Lorenzo  Valla  p.  49  ff.  (vgl.  134)  sehr  unbestimmt  und  scheint
nach  der  von  ihm  beliebten  Sonderung,  dass  die  in  jener  Vertheidigungsschrift
  verfochtenen  propositionipurte  estratte  da  diversi
libri  di  esso  e  parte  uscito  a  lui  di  bocca  nelle  esercitazioni
            
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