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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  n

beträchtlich  erweiterten  Werk  statt  des  früheren  Titels  de  voluptate
jetzt  den  sachgemässeren  und  minder  anstössigen  de  ve.ro  bono  vor  -
setzte  14 ).  Diese  zweite  Bearbeitung  ist  noch  in  Pavia  entstanden
(Antidotum  IV  351),  wo  Valla,  auch  nachdem  er  zu  lesen  aufgehört
hatte,  sich  noch  bis  in  den  Spätherbst  des  Jahres  1433  aufhielt.  Dass

14 )  Auf  diese  zweite  Bearbeitung  kommt  Valla  in  den  Recriminationes  in  Facium
zu  reden,  wo  er  den  von  jenem  hingeworfenen  Verdacht,  Valla  habe  in
dem  Dialog  de  voluptate  ein  hinterlassenes  Werk  seines  Oheims  Scribanus
unter  eigenem  Namen  veröffentlicht,  abzuweisen  sich  genöthigt  siebt.  Der
offenbar  bald  nach  der  Entzweiung  mit  Panormita  aufgetauehte  Verdacht
hatte  wohl  seinen  iiussern  Anlass  darin,  dass  Valla,  dem  man  ein  so  umfangreiches ­
  Werk  kaum  recht  Zutrauen  mochte,  unverhofft  und  ohne  dass
Jemand  wusste,  dass  er  mit  einer  solchen  Arbeit  beschäftigt  sei,  während
seines  Aufenthaltes  in  Piaeenza  und  Pavia  bald  nach  dem  Tode  seines
Oheims  damit  hervorgetreten  war.  Wie  wenig  cs  indessen  mit  dem  Verdacht ­
  auf  sich  hatte,  das  zeigt  unter  anderm  Facius  selbst  dadurch,  dass
er  diesen  Dialog  ohne  Bedenken  unter  Valla’s  Hauptwerken  in  der  Schrift
de  viris  illustribus  aufführt.  In  den  Recriminationes  p.  621  schreibt  Valla,
um  Facius’  Verdächtigung  zurückzuweisen:  adde  qaod  non  misissem  eos
(libros  de  voluptate)  ex  urbe  Papia  Romam,  ubi  Ule  (Scribanus)  et
plurimos  propinquos  reliquisset  et  notissimus  fuisset,  qui  non  ut  nunc
fuerant  inscripti  de  vero  bono  sed  de  voluptate  ac  dimidio  quam
modo  sunt  breviores...  inquibus,ut  codex  ipse  testis  est,  alios  collocutores
induxeram,  quos  poslea  perfidia  Panormitae  mutavi.  Diese  neuen  Unterredner ­
  kennen  wir  zum  Theil  aus  dem  Antidotum  IV  p.  351,  non  Iosephum
Brippium,  non  Maphueum  Vegium,  non  Candidum,  quos  tres  in  libris
de  vero  bono  in  ea  urbe  (Papiae)  conditis  feci  loquentes  ,  von  denen
der  Dichter  Maphaeus  Vegius  (nach  Antid.  IV  342  fg.J  an  Panormita’s
Stelle  die  Rolle  des  Epicureers  erhalten  hatte;  wie  die  anderen  vertheilt
waren,  ist  nicht  zu  bestimmen:  hinzu  kam  noch,  um  statt  Niceoli  den
christlichen  Standpunkt  zu  vertreten,  Antonius  Raudensis  (vgl.  die  praefatio
  der  Raudensia  und  Antidot.  IV  p.  343J.  Diese  Personen  gehören
alle  nach  Pavia  oder  Mailand,  wohin  jetzt  die  Unterredung  verlegt  war.
Uns  ist  von  dieser  zweiten  Bearbeitung  —  in  den  Drucken  liegt  nur  die
erste  vor  —  keine  Spur  erhalten:  wenn  nicht  das  eine  ist,  dass  Trithemius
in  dem  kleinen  Verzeichniss  der  Schriften  Valla’s  (Catalogus  scriptorum
ecclesiasticorum  Per  ■  .  loannem  a  Trittenhem.  Anno  MDXXXI)  fol.  133  b
aufführt:  Panegiricus  de  vero  bono  li.  3  Instituenti  mihi  Paule.  Denn
dieser  Anfang  ist  ein  von  dem  uns  bekannten  Werk  verschiedener.  In
dem  Sachlichen  muss  Valla  trotz  der  Vermehrung  des  Umfangs  keine
Änderungen  vorgenommen  haben:  die  Anführungen  bei  ihm  selbst,  die  auf
die  zweite  Bearbeitung  gehen,  finden  wenigstens  alle  auch  in  der  ersten
ihre  Erledigung.
            
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