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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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Hält  man  nun  mit  Thotsu  a.  tlii  tibetisch  a.  thun  „trinken“,
mit  Karen  '-am  tsu,  tibetisch  ä.  dzivs.  pa  „saugen“,  mit  Karen
l am  gu,  anamitisch  an  cliay  „fasten“  mit  tibetisch  d.  dzi.  va,  „sich
enthalten“,  tibetisch  d.  gru.  va  „sich  bemühen“,  mit  Karen  '-am  tsa'
tibetisch  d.  tsorl  „verkaufen“,  mit  Karen  1 am  gau  tibetisch«,  gern,  pa
„verwüsten“,  mit  Karen  L am  thum  tibetisch  d.  dam.  pa  „auswählen“,
die  sich  lautlich  und  begrifflich  decken,  zusammen,  und  stellt  ferner
anamitisch  an  noi',  dem  tibetischen  ä.  do.  va  „sprechen“,  Karen
1 arh-mo,  dem  tibetischen  d  tshems  „kauen“,  Karen  L am  phaum  dem
tibetischen  d.  tsod.  pa  „kochen,  färben“,  Karen  -am-ma  dem  tibetischen ­
  d-  tslio.  va  „machen,  bereiten“  gegenüber,  so  kann  über  den
Ursprung  des  tibetischen  Präfixes  d  (m)  kein  Zweifel  sein,  da
auch  der  im  Hintergründe  liegende  Vocal  bekanntlich  unter  Umständen ­
  in  der  Aussprache  hervortritt.  Dem  häufigeren  Gebrauche  dieses
Präfixes  im  Tibetischen  neben  der  beschränkteren  Anwendung  des
selbstständigen  Elementes,  im  Anamitischen  und  Karen,  liegt  jenes
feinere  Sprachgefühl  zu  Grunde,  das  im  Sanskrit  im  freien,  noch
nicht  lexicalisch  umgränzten  Gebrauche  sich  kund  gibt.  Auf  der
anderen  Seite  darf  nicht  übersehen  werden,  dass  das  Anamitische
sich  der  chinesischen  Ausdrucksweise  anschloss,  das  Karen  aber
eine  eigene  Medialform  sich  schuf.
Wo  der  mit  d  (m)  componirte  Stamm  einen  Zustand  bezeichnet, ­
  findet  er  sich  zur  Bezeichnung  des  Gegensatzes  häufig  auch  mit
dem  causalen  s  verbunden.  Tritt  d  (m)  vor  einen,  bereits  mit  causalem
  s  versehenen  Stamm,  so  fällt  dieses  fort,  und  die  anlautende
Media  wird  aspirirt.  Aus  der  grossen  Anzahl  von  Belegen  folgende:
d.  gratis,  pa  „gesättigt  sein“.
d  gam.  pa  „an  den  Mund  nehmen,  kosten“,  chin.  (H.  Kd)-liam  id.
d.  dzari.  ba  „verschlingen“.
d.  gitl.  pa  ~  s.  gilt,  pa  „gähnen,  sich  strecken“,  anamitisch
hoi',  chinesisch  (H.  K.)  hvei'.  id.
di.  khu.  ba  „sich  widersetzen“,  chinesisch  (H.  K.)  kwet,,
anamitisch  khvet„  „widerspänstig“,  Thai  'khät  „sich  widersetzen“.
d.  god.  pa  „bereuen;  Reue“.
d.  gras,  pa  „beneiden,  hassen“,  chinesisch  (H.  K.)  -ke  id.
d.  klion.  pa  „grollen,  Groll“,  chinesisch  (H.  K.)  '-luven,  -hin  =
id.  Thai  -khen  (geschr.  gen)  „aufgebracht  sein,  hassen“.
d.  kliro.  ba  „zürnen,  Zorn“,  chinesisch  (H.  K.)  '-liwei  „erzürnt“.
            
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