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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Die  Präfixe  mit  vocalischem  und  gutturalem  Anlaute  ete.

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a~.
Unter  dieser  Bezeichnung  fasse  ich  zwei,  ihrem  Ursprünge
nach  wesentlich  verschiedene  Präfixe  zusammen,  von  denen  das  eine
nominalen  das  andere  verbalen  Werth  besitzt.  Beide  erscheinen
in  jenen  Sprachen,  welche  die  Etymologie  derselben  erkenen  lassen,
unter  der  Form  an  (en).  Der  auslautende  Nasal  fällt  in  den  meisten
Sprachen,  namentlich  in  dem  nominalen  Präfixe  fort,  oder  ist  doch
auf  gewisse  Anlaute  des  Stammes,  mit  dem  das  Präfix  in  Verbindung
tritt,  beschränkt.  Doch  kann  auch  der  umgekehrte  Fall  eintreten,
dass  der  Nasal  sich  behauptet,  während  der  vocalische  Anlaut  spurlos ­
  verschwindet  oder  sich  blos  als  „Stimmlaut“  1 )  geltend  macht.  Der
Vocal  kann  die  ganze  Stufenleiter,  von  der  hellsten  bis  zur  dunkelsten ­
  Aussprache  durchlaufen,  wobei  entweder  der  Anlaut  des  Stammes ­
  oder  dessen  Vocal  bestimmend  wirken,  so  dass  der  Wechsel  innerhalb ­
  derselben  Sprache  eintritt,  oder,  ohne  erkennbaren  äusseren
Einfluss,  eine  bestimmte  Lautung  constant  erscheint,  und  als  selbstständige, ­
  spraehgemässe  Weiterbildung  der  ursprünglichen  Aussprache ­
  zu  betrachten  ist.
A.  Nominales  a".
Diese  Form  des  Präfixes  ist  die  verbreitetste,  indem  sie  nicht
nur  den  meisten  einsilbigen  Sprachen,  die  chinesische  und  anamitische
  ausgenommen,  gemeinsam  zukommt,  sondern  auch  weit  über
die  Grenzen  des  Stammes  hinausreicht.  Ihre  etymologische  Bedeutung
tritt  deutlich  im  Thai  hervor,  wo  an  »Ding,  Wesen“  die  allgemeinste ­
  Numeralpartikel  bildet,  die  überall  da  zur  Anwendung
kommt,  wo  die  übrigen  speciellen  ausgeschlossen  sind.:
io  an  'nun,  „Tisch  (e),  ein  Ding,  —  ein  Tisch“,  tibetisch  s-teg-s
[aus  togs  statt  tvags,  mit  reflectiertem  i  des  chin.  (H.  K.
iolt.  id.)  dei  dam  ni  khi'än  „Feld(er)  wie  viel(e)  Ding(e)  hast  du
bestellt?  wie  viele  Felder  hast  du  bestellt?“
-di  an-ni  „Ort(e)  dieses  Ding  —  dieser  Ort“.

*)  H.  J.  Jaeschke,  Über  die  Phonetik  der  tibetischen  Sprache  in  den  Monatsberichten
der  k.  preussischen  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin,  März  1867,  p.  165.
            
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