Lanrentii Vallae opuscula tria. II.
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eben jene, welche uns die Demosthenesübersetzung aufbewahrt hat,
stammen aus der Urbinatischen Bibliothek, die bekanntlich durch
Pabst Alexander VII dem Vatican einverleibt worden.
An Widmungen zeitgenössischer Gelehrten und an humanistischen
Lobeserhebungen hat es dem Fürsten nicht gefehlt. Von
Iovianus Pontanus, Nicolaus Perottus, Marsilius Ficinus, Christopborus
Landinus, Alamannus Rinuccinus, Martinus Phileticus und anderen
werden dem Fürsten dargebrachte Widmungen von Übersetzungen
und anderen Werken erwähnt 's). Doch lag diesen Zueignungen, die
alle in die sechziger und siebziger Jahre des XV. Jahrhunderts gehören,
Valla’s Widmung des Demosthenes, wenn anders unsere Vermuthung
über den Namen des Adressaten nicht trügerisch ist, erheblich
voraus. Die Aufschrift, sowie die Anrede praestantissime princeps
ac aetatis nostrae gloria, zeigen, dass Federigo als regierender
Fürst von Urbino anzusehen ist; er hatte aber die Regierung nach
dem Tode seines Bruders, des Herzogs Oddantonio, im Jahre 1444
angetreten und führte sie, als illegitimer Nachfolger, unter dem Titel
eines Grafen von Urbino, den Herzogstitel erlangte er erst 1474 von
Pabst Sixtus IV. Vor jenem Jahre kann demnach Valla’s Widmung
nicht geschrieben sein; dass sie aber auch in den nächstfolgenden
aller Wahrscheinlichkeit nach nicht entstanden, dafür spricht, abgesehen
von den früher angeführten Gründen, der Umstand, dass in
diesen der Graf von Urbino, mit Sforza verbündet, gegen König
Alphons von Neapel im Kriege lag, in dessen Dienste und an dessen
Hofe Valla damals noch lehte. Erst als Valla 1447 Neapel verlassen
und in Rom durch des neuen Pabstes Nicolaus V Munificenz eine
* 5 ) Vgl. Bandini in dem Index zum Catal. codd. Laur. lat. unter Fredericus'
Namen, Rosmini a. a. 0. 223, Zeno Diss. Voss. II 202, Baldi Vita e fatli di
Federigo di Montefeltro duca di Urbino (Roma 1824) vol. III p. 239 fg.
Über Martinus Phileticus, der ihm eine metrische Übersetzung einer Auswahl
Theokritischer Idyllien gewidmet halte, hat Marini Archiatriponlificii II 208
Nachrichten zusammengestellt; von ihm ist in der Wiener Handschr. 3236
fol. 22 v. eine Übersetzung aus Isokrates erhalten: Isocrates de regno gubernando
(an Nikokles) Martiniphilenci/ tralatione ->• ad federicu J. In der
Handschrift steht allerdings philencus, wie in den Katalog aufgenommen
worden, doch ist es so geschrieben, dass wer den Namen kennt, auch das
richtige Phileticus daraus lesen kann. Ob bei federicu auch hier an den
Grafen von Urbino zu denken sei, weiss ich nicht.