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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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v  a  h  I  e  n

setzers  erheblich  modifieirt  worden.  Dieser  liegt  demnach  die  Widmung
zum  Demosthenes  unzweifelhaft  voraus.  Denn  seit  jenem  Jahre  sind  es
fast  ausschliesslich  die  Übertragungen  der  beiden  Geschichtswerke  der
Griechen,  die  Valla  bis  an  sein  Lebensende  beschäftigten  IS ),  und
seinem  unermüdlichen  Forschertrieb  eine  für  die  Interessen  der  Curie
wünschenswerthe  Fessel  anlegten.
Näheres  ist  vielleicht  zu  gewinnen,  wenn  es  gelingt,  den  in  der
Aufschrift  der  Widmung  nur  mit  den  Anfangsbuchstaben  bezeicbneten
Namen  des  Fürsten  zu  enträthseln,  dem  die  Übersetzung  zugeeignet
ist.  leb  nehme  an,  dass  nur  ein  italienischer  Fürst  gemeint  sein
könne,  und  unter  dieser  Voraussetzung  bietet  sich  die  Vermuthung
dar,  dass  Federigo  Conte  d’Urbino  zu  verstehen  sei,  und  demnach  die
Anfangsbuchstaben  so  zu  ergänzen  seien:  ad  illustrem  principem
D(orninum)  F(redericum)  V(rbini)  C(omitem).
Eine  Widmung  an  diesen  Fürsten  kann  niemanden  Wunder  nehmen ­
  und  sie  ist  nicht  vereinzelt.  Federigo  di  Montefeltro  hatte  in  der
Schule  des  Vittorino  da  Feltre  l4 )  zu  Mantua  humanistische  Bildung
eingesogen,  und  sowie  er  seinem  Lehrer  stets  ein  dankbares  Andenken
bewahrt  hat,  so  hat  er  auch  bei  allen  kriegerischen  Unternehmungen,
in  die  er  sein  Lebelang  verwickelt  war,  humanistische  Neigungen
und  Interessen  unterhalten  und  gepflegt.  Genügenden  Beweis  dafür
gibt  schon  allein  die  von  ihm  mit  grossem  Aufwand  angelegte  und
stets  bereicherte  Büchersammlung  von  Urbino,  in  welcher  nicht  bloss
was  von  alten  Autoren  aufzutreiben  war,  sondern  auch  die  Erzeugnisse ­
  der  modern-humanistischen  Schriftstellerei  vereinigt  waren,
unter  ihnen  auch,  wie  Vespasiano  (Mai  Spicil.  Rom.  I  127)  sagt,
tutte  l'opere  di  Lorenzo  Valla  tradutte  e  comp  oste,  und  sowohl
andere  heute  erhaltene  Handschriften  von  Werken  Valla’s,  als  auch

12 )  Dass  Valla  in  Rom  vorzugsweise  mit  griechischen  Studien  beschäftigt  war,
geht  auch  aus  Iov.  Pontanus’  Bemerkung  üe  Principe  [Opera  I  f.  9t  v.)
hervor:  Laurentius  Valla,  cum  ab  eo  qxiaesisset  Nicolaus  V.  P.  M.,  cur
senex  iam  et  in  lalinis  litteris  consummatus,  tanto  Studio  tjraecas  disceret,
ut  duplicem,  inquit,  abs  te  Pontifex  mercedem  accipiam.
14 )  Rosmini  in  dem  Leben  Vittorino’s  (Idea  dell'  ottimo  precettore  nella  vita
e  disciplina  di  Vittorino  da  Feltre  e  de’suoi.  discepoli.  Milano  184SJ  hat
ihn  unter  dessen  Schüler  eingereiht  S.  220—227.  Dort  finden  sieh  auch
über  Federigo  besonders  handelnde  Schriften  verzeichnet,  deren  es  eine
erhebliche  Anzahl  gibt.  Vgl.  auch  Voigt  Enea  Silvio  III  145.
            
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