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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  n

Ausdruck  aline  translationes  wird  durch  die  vorher  p.  622  genannte
Übersetzung  der  Ilias,  sowie  die  in  das  Jahr  1440  fallende  kleine
Übersetzung  Aesopischer  Fabeln  hinreichend  erklärt  und  erzwingt
nicht  die  Annahme,  dass  die  Demosthenesübersetzung  eingeschlossen
sei.  Auch  dürfte  man,  wenn  letztere  dem  Facius  Vorgelegen,  nach
der  ganzen  Art  dieser  Anklagen  mit  Sicherheit  darauf  rechnen,  dass
Valla's  Versuch,  etwas,  das  Bruni,  wie  er  selbst  einräumt,  gut  gemacht, ­
  noch  besser  machen  zu  wollen,  dem  Hohn  und  Vorwurf  seines
Gegners  nicht  entgangen  wäre.  Man  vergleiche  nur,  was  Facius
Recrim.  p.  623  gegen  Valla  geltend  macht:  audivi  te  saepe
dicentem,  qunm  eorum  (Guarini  et  Leonardi)  auctoritatem  afferrem,
1 quem  tu  mihi  Guarinum,  quem  Leonardum  commemoras,  num
ütrumvis  eorum  mihi  praeferri  indignor  ac  moleste  fero,  et  ego
quoque  litteras  graecas  ac  latinas  scio  et  cum  utroquc  saepe  de
gravissimis  rebus  disputavi  atque  contendi,  qua  in  re  illi  mihi  nonnumquam
  cessere.’
Doch  ist  bei  der  Zufälligkeit,  mit  welcher  damals  Schriften  verbreitet ­
  wurden,  mit  Sicherheit  nur  soviel  aus  jener  Nichterwähnung
zu  schliessen,  dass  Facius 12 )  Valla's  Übersetzung  des  Demosthenes

dami  1638')  gestützt  auf  das  Zeugniss  in  den  Recrim.  Valla’s  Werk  ia
zwei  Bücher,  das  erste  die  vier  Evangelien,  das  zweite  die  übrigen
Schriften  enthaltend,  zertheilt  (vgl.  f.  213):  die  Zeugnisse  aus  den  angeführten ­
  Briefen  sind  ihm  unbekannt  geblieben.  Nun  wäre  es  ja  denkbar,
dass  Valla  in  dem  nicht  allzugrossen  Intervall  zwischen  jenen  Briefen
und  den  Recrim.  eine  neue  Redaction  des  Werkes  in  2  Büchern  vorgenommen; ­
  aber  wahrscheinlicher  ist  doch,  dass  duo  in  den  Recrim.  aus
octo  verderbt  sei.  Damit  würde  auch  besser  sich  vertragen,  was  Valla  im
Antidot,  a.  a.  0.  schreibt:  qua  de  re  feci  mentionem,  non  in  opusculo,
ut  tu  ais,  sed  in  pluribus  libris  de  collatione  novi  testamenli,  womit  Revius
in  anderer  Weise  fertig  zu  werden  sucht.  Endlich  ist  die  Eintheilung  in
8  Bücher  zum  Theil  noch  aus  den  zusammenfassenden  Unterschriften  der
Baseler  Ausgabe,  wenn  anders  diese  nicht  bloss  vom  Herausgeber  herrühren, ­
  noch  zu  erkennen:  vier  Bücher  waren  den  vier  Evangelien,  das
fünfte  der  Apostelgeschichte,  das  sechste  den  Briefen  Pauli,  die  nach
der  Unterschrift  ein  Ganzes  ausmachten,  das  siebente  den  gleichfalls  in
der  Unterschrift  zusammengefassten  sogenannten  katholischen  Briefen,
das  achte  endlich  der  Apocalypse  gewidmet.
12 )  Dass  Facius  sie  in  dem  L.  Valla  gewidmeten  Artikel  der  Viri  illustres
nicht  erwähnt,  hat  keine  Bedeutung,  da  dort  überhaupt  nur  die  wichtigsten ­
  Werke  Valla’s  angeführt  werden  und  von  Übersetzungen  z.  B.
            
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