Laurentii Vallae opuscula t.ria. II.
439
mung sie als herausgegeben kennzeichnet, veröffentlicht habe. Erwähnt
wird sic in seinen übrigen Schriften nirgends. Dass sie aber
zu den frühesten Arbeiten Valla's nicht gehörte, verbürgt die Bemerkung
in der Widmung: antehac in alio potins stilo Ingenium
meum consumpsi, die, wenn auch schon die eine und andere Übersetzung
vorangegangen war, eine grössere Anzahl anderer Schriften
voraussetzt. Und wenn es in derselben Widmung heisst: neque vero
facultas liaec periclitandi ingenii datur tiisi in orationibus praecipueque
Demostlienis, ad quas Indus iocusque cst omnis alia traductio:
üleoque non hoc cuiuscunque est, sed eius demum qui
multum sit in oratorio genere versatus, si quidem Cicero ipse
Xenophontem ac Platonem adolescens, Aeschinem vero ac Demosthenem
senex transtulit, so schliessen wir, dass Valla’s Demosthenesübersetzung
in seine reiferen Jahre fällt und dass ihr
wenigstens sein vornehmstes oratorisches Werk, die Schrift de
donatione Constantini (1440) vorausliegt. In den Ende 1444 und
Anfang 1443 geschriebenen Briefen (s. obenExcurslVAnm. 12 u. 13),
in denen er seine schriftstellerischen Arbeiten aus den letzt vorangegangenen
Jahren nennt, die Homerübersetzung, die Collatio novi testamenti,
die Raudensia und eine Überarbeitung derElegantiae, wird der
Demostbenesübersetzung nicht gedacht, und man möchte glauben, dass
Valla sie überhaupt bei Bruni’s Lebzeiten, der 1444 starb, entweder
nicht unternommen oder nicht bekannt gemacht habe. So sind wir bis
auf die gegen Ende des Jahres 1443 geschriebenen Recriminationes
in Facium herabgekommen. In ihnen beruft sich Valla p. 623 für seine
von dem Gegner heruntergedrückte Kenntniss des Griechischen auf
seine Übersetzungen: nam neque ignoro graecas litteras neque
illarum tarn partim peritus sum: quod probant cum aliae translationes
meae tum duo ") libri de collatione novi testamenti. Der
11 ) Beiläufig- sei bemerkt, (lass Valla hier von zwei Büchern de collatione novi
testamenti redet, während er in den oben angeführten Briefen an Aurispa
und Landriani beidemal ausdrücklich octo libros ankündigt. In Erasmus’
erstem Druck, wie er in die Baseler Ausgabe (von 1540) aufgenommen,
findet sich gar keine Bucheintheilung, und vcrmuthlich war eine solche
in der von Erasmus benutzten Handschrift nicht vorhanden, in der
auch das von Valla selbst im Antidot, in Pogg. I 270 und einem ungedruckten
Briefe erwähnte prooemium fehlte, das wir heute vermissen.
Iacobus Revius hat in seiner Ausgabe (ich kenne nur die zweite Amstelo-