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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  I  e  n

Leonardo  Bruni,  den  lateinischen  Interpreten,  und  mit  dem  griechischen ­
  Redner  selbst:  denn  warum  sollte  nicht  der  einzig  auf  Sprache
und  Ausdruck  sehende  Übersetzer  einiges  besser  treffen  können,  als
der  Redner  selbst,  der  alle  Aufgaben  der  Beredsamkeit  zugleich  zu
erfüllen  hat.  Und  wenn  Valla,  der  von  Übersetzungen,  mit  denen
allein  andere  ihren  Ruhm  zu  begründen  strebten,  so  gross  nicht
denkt,  dennoch  die  Nützlichkeit  derselben  einräumend  schreibt:
licet  ex  translatione  velut  ex  peregrina  quadam  mercatura  verum
optimarum  magna  nobis  comparetur  utilitas,  tarnen  quicl  in  ea  est,
quod  ita  admiremur  nt  aliqui  faciunt,  in  qua  nulla  inventio,  mdla
dispositio  —  nullum  denique  ingenii  documentum  appareat,  so  liefert
er  selbst  zu  diesen  Gedanken  anderwärts  die  schlagenden  Parallelen.
Im  Antidotum  in  Poggium  IV  326,  wo  er  vom  Pabst  Nicolaus  die
Erlaubniss  sich  erbittet,  statt  der  ihm  aufgetragenen  Übersetzungen
vorerst  die  Polemik  gegen  Poggio  darbringen  zu  dürfen,  schreibt  er:
nam  licet  in  libris,  qaos  ex  nobis  ipsis  compönimus,  illa  graeci
auctoris  abest  utilitas,  quae  ex  transferendo  compargtur,  quanti
tarnen  simus  et  quantuni  in  dicendo  valeamus,  multo  magis  ita
cognoscitur:  illic  enim  cutis  quaedam  ut  sic  dicam  et  candor
orationis  noster  dumtaxat  est,  hie  etiam  sanguis,  color,  pulchritudo,
  vires,  velocitas  et  ceterae  bene  componendi  tamquam  corporis
dotes.  Ebenso  kehrt  der  in  der  Widmung  gebrauchte  Vergleich  der
Übertragung  mit  einer  mercatura  in  der  Vorrede  der  Thucydidesübersetzung
  an  Pabst  Nicolaus  wieder.  Nam  quid  utilius,  quid
über  ins,  quid  etiam  magis  necessarium  librorum  interpretatione:
ut  haec  mihi  mercatura  quaedam  optimarum  artium  esse  videatur:
magnae  rei  eam  comparo,  cum  mercaturae  comparo:  quid  enim
illa  in  rebus  humanis  conducibilius,  quae  omnia  ad  victum,  ad
cultum,  ad  praesidium,  ad  ornamentum,  ad  delicias  denique  vitae
pertinentia  comportat  etc.  Denn  dass  hier  den  Umständen  gemäss  —
Pabst  Nieolaus  hielt  grosse  Stücke  auf  Übersetzungen  —  die  Parallele
ein  wenig  anders  gewendet  ist,  spricht  nur  um  so  entschiedener
dafür,  dass  dieser  Gedanke  hier  und  dort  demselben  Kopfe  entsprungen ­
  ist.
Wo  so  äussere  und  innere  Gründe  zusammenstimmen,  kann  ein
Zweifel  an  Valla's  Autorschaft  dieser  Übersetzung  kaum  einen  Augenblick ­
  Platz  greifen.  Wir  wenden  uns  daher  der  andern  Frage  zu,
wann  Valla  die  Übersetzung  gemacht  und,  da  die  Vorgesetzte  Wid-
            
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