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V a h 1 e n
1784) P. 2 p. 211 quas Sambucus Veronae sibi visas testatur,
seque possidere orationem Demosthenis pro Ctesiphonte paene
absolutam ab eodem Pannonio interprete translatam, quae haud
dubie eadem cst, quae liodieque licet manca et matila in Augusta
Vindobonensi biblioiheca superest numero CXCIII. (Vgl. ebend.
p. 119 und 130.) Gemeint ist unsere Handschrift, obwohl jener
Herausgeber von einer Subscriptio nichts anmerkt. Hält man letztere
mit Sambucus’ Zeugniss zusammen, so wird man leicht geneigt
sein, ihn für den Urheber der Unterschrift zu halten, die den Ungar
wenigstens in vescopo nro verräth und selbst die italienische
Fassung wäre für Sambucus nicht verwunderlich, das untergesetzte
Jahr aber MCDLXI geht nicht den Schreiber sondern den
episcopus Pannonius an, der 1438 aus Italien heimgekehrt, 1439
von Pius II zum Bischof von Fünfkirchen ernannt worden war. Doch
wird die Vermuthung nicht unterstützt durch Autographa des Sambucus,
die ich auf der K. Hofbibliothek einzusehen Gelegenheit hatte,
sowie auch sonst über Herkunft der Handschrift nichts zuverlässiges
zu eruiren war. Gleichwohl wird man einen Zusammenhang zwischen
der Subscriptio und Sambucus’ Zeugniss nicht ohne weiteres von
der Hand weisen dürfen.
Diese Handschrift nun enthält nicht etwa eine neue Übersetzung
der Demosthenischen Rede, sondern ist nur eine andere Abschrift
der in dem Codex Urbinas dem Laurentius Valla zugeschriebenen
Übersetzung. Wird man an des letztem Autorschaft zweifeln? Ich
denke nicht, sondern bin der Meinung, dass jene Unterschrift
sammt Sambucus’ Angabe für nichts anzusehen sei als eine Vermuthung.
Ianus Pannonius hatte eine Rede des Demosthenes ins Lateinische
übersetzt; es ist die heute für unecht geltende (11) Rede über den
Brief des Philippus, die er, wie es in dem vorangeschickten Argumentum
heisst, desshalb zur Übertragung ausgewählt hatte, qiiia
oppido convenire visa est praesentibus Christianorum rebus contra
Turcam (ahgedr. im 2. Bande der Edition Traiectil784 p. 46 fg.).
Diese Thatsache in Verbindung mit Daten über die Provenienz der
Handschrift, die, wenn auch heute unbekannt, Sambueus seiner Zeit
leicht haben konnte, war es vermuthlich, was ihn veranlasste, diese
Übersetzung, welche mit den ersten Blättern auch den Namen des