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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  I  e  n

her  zusammengestellten  Nachrichten  über  den  Übersetzer  sich  auf
das  beste  Zusammenschlüssen  und  die  behauptete  Identität  desselben
mit  dem  Juristen  Franeiscus  Accolti  Aretinus  immer  entschiedener
abweisen.  Was  aber  die  Bezeichnung  des  ersteren  als  Mariotti  filius
und  den  Familiennamen  Grifolini  anlangt,  so  hat  sich  hierfür  aus
römischen  Handschriften  nichts,  aus  florentinischen  nichts  wesentliches ­
  zur  Ergänzung  des  oben  aus  Bandini  mitgetheilten  ergeben.
Erwähnt  sei  nur  —  denn  eine  Verzeichnung  der  überhaupt  von  diesen
Übersetzungen  vorkommenden  Handschriften  liegt  ausser  meinem
Zwecke  —  dass  in  dem  oben  Anm.  58  angeführten  von  Bandini
Bibi.  Leopold.  II  725  beschriebenen  Codex  auf  der  Rückseite  des
ersten  Blattes  von  gleichzeitiger  Hand,  ausser  der  Notiz,  dass  die
Handschrift  ein  Geschenk  von  Cosmus  Medices  ist,  der  Inhalt  so
angegeben  wird:  Iohannis  Chrysostomi  sanctissimi  et  beatissimi
viri  infrascriptn  opera  in  hoc  volumine  continentur.  Super  evangelio
  beati  iohannis  evangeliste  ex  greco  in  latinü  traducto  per
Franciscum  dni  mariocti  de  aretto  dm.  LXXX.  —  In  einem  (Jod.
Magliabecchianus  VI  7,  chart.  saec.  XV,  welcher  die  Übersetzung
des  Chrysostomus  zum  Iohannesevangelium  enthält,  ist  auf  dem  Pergamentblatt ­
  zu  Anfang  von  gleichzeitiger  Hand  folgende  Notiz  gegeben: ­
  Iste  liber  est  conventus  sei  Marci  de  florentia  ordinis  predicatorum:
  quem  donavit  dco  conventui  Vir  clar.  Costnas  Ihis  de
medicis  civis  nobtflorentinus,  und  ferner:  Sei  Iohannis  chrysostomi
sr  evangeliu  sei  Iohis  euanglste  homelie  LXXXVI11  traducte  p
franciscum  aretinu  circa  annum  dni  1439  et  est  hec  originalis
traductio  quam  Cosmo  emendatam  misit  dcus  franeiscus:  cum

derBescheidenheit  des  Franeiscus  gesagt  wird,  passt  zu  der  Vorstellung,  die
man  von  dem  Rechtslehrer  aus  freilich  nicht  ganz  verlässlichen  Anecdoten
(Tiraboschi  VI  541)  gewinnt,  nicht  wohl,  um  so  besser  aber  zu  der  Anspruchlosigkeit,
  welche  sich  in  allen  Vorreden  des  Übersetzers  kund  gab.
Und  da  Puntanus,  der  in  ähnlicher  Stellung  am  neapolitanischen  Hofe
lebte,  den  Übersetzer  nothwendig  persönlich  kennen  musste,  so  steht
dahin,  ob  nicht  vielmehr  dieser  gemeint  sei,  der,  nachdem  er  Alphons’
Erziehung  vollendet,  in  späteren  Jahren  in  anderer  Weise  als  Lehrer
thätig  sein  konnte.  Denn  die  Bezeichnung  geilere  nobilis  kann  nicht  entgegen ­
  stehen,  da  wir  über  die  äusseren  Lebensschicksale  desselben  näheres
nicht  wissen,  als  dass  er  in  der  Vorrede  zur  Odyssee  des  exilium  gedenkt,
in  dem  er  lebe.  Doch  ist  Pontanus’  Zeugniss  nach  keiner  Seile  beweisend.

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