Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

414

V  a  h  1  e  n

TiraboschiiSfona  delln  lett.  ital.  VI  p.  S42  fg.  nennt  frühere  Gelehrte,
welche  diese  Identität,  an  welcher  er  selbst  festhält 54 ),  mit  Gründen  zu
erhärten  suchten  gegen  andere,  welche  eine  Sonderung  der  Personen
für  wahrscheinlich  hielten.  Die  Argumente,  mit  welchen  man  für  und
wider  gestritten,.sind  zum  Theil  gar  seltsam;  betonen  die  Chorizonten
den  sehr  verschiedenen  Stil  in  den  juristischen  Werken  des  Accoltus,
so  verweisen  die  Unitarier  auf  die  humanistische  Bildung  desselben,
die  ihn  auch  zum  Übersetzer  griechischer  Autoren  befähigt  habe.
Was  die  juristischen  Schriften  des  Franciscus  Accoltus  anlangt,
so  ist,  wofern  man  von  Rechtsgutacbten  wie  die  Consilia  seu
Responsa  oder  von  juristischen  Commentaren  wie  die  in  primam  et
secundam  Infortiati  partem  nicht  humanistische  Schönrednerei  erwartet, ­
  gegen  die  Latinität  dieses  allerdings  fachmännischen  und
technologischen  Stiles  wenig  einzuwenden.  Des  Juristen  humanistische
Bildung  aber  lässt  sich  unschwer  und  besser  als  bisher  geschehen
ist  erweisen.  Zu  geschweigen  von  allgemeinen  Lobeserhebungen,
denen  man  allenthalben  begegnet 55 ),  finden  wir  den  Franciscus
Accoltus  mit  mehreren  der  berühmtesten  Humanisten  in  Verbindung
und  an  ihren  Bestrebungen  unmittelbaren  Antheil  nehmen.  Beweis
dessen  unter  anderem  ein  um  1447  geschriebener  Brief  Poggios  an
ihn  (insigni  viro  Franc.  Aret.  IureconsulloJ,  worin  ihm  dieser
Dank  sagt  für  die  freundliche  Aufnahme  seiner  Xenophoniibersetzung
und  eine  andere  demnächst  zu  senden  verspricht,  sowie  ihm  Anweisung ­
  gibt,  den  von  Poggio  zuerst  wieder  ans  Licht  gezogenen
Ammianus  Marcellinus  aus  Cosinus’  Bibliothek  zu  erlangen  (Mai
Spicileg.  Rom.  X  p.  310  fg.),  und  derselbe  Poggio  hatte  ihm  seinen
Dialog  contra  liypocrisim  zugeeignet,  sowie  er  Franciscus’  Bruder
Benedictus  Accoltus  in  einem  andern  (Disceptationes  convivales)

54 )  Ebenso  Banilini,  der  in  den  Catalogen  der  Laurentiana  und  Leopoldina
die  übrigen  Übersetzungen  dem  Accoltus  zutheilt  und  nur  die  des  Ckrysostomus
  einem  andern  Franciscus  Aretinus  zuerkennt.  Vgl.  Catal.  cod.
Laur.  lat.  II  p.  415.
i5 )  Z.  B.  bei  Paulus  Cortesius  De  hominibus  doctis  dialogus  (Florentiae  1734)
p.  53:  Sed  de  Francisco  Arretino  nliquid  dicamus:  qui  fuit  unus  doctissimorum
  Iiirisconsultissimus  omnium.  Nihil  est  enim  litteris  mandatum,  nihil
in  artibus  disciplinisque  Omnibus  Iraditum,  quod  ab  hoc  hominc  non  sit
aut  cognilum  aut  investigatum.  Memoria  autem  tanta  erat  et  verborum  et
rerum,  ut  omnia  quae  unquam  legeral  meminisset.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.