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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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aus  der  Vergessenheit  der  Mitwelt  habe  wieder  in  Erinnerung
bringen  wollen.  Der  Diogenes  also  folgte  auf  den  Phalaris,  und  dass
ihn  Facius  nicht  mehr  gekannt,  macht  die  Widmung  an  Pabst  Pius  II
erklärlich.  Letzterem  versichert  der  Übersetzer  zum  Schluss  seiner
Widmung:  si  Studium  meum  non  ingratum  intellexero,  alia  et
fortasse  maiora  tuo  praestantissimo  iudicio  confirmatus  uggrediar.
3)  Hier  reihen  wir  die  Homerübersetzungen  ein,  die  Vollendung ­
  der  Ilias  und  die  vollständige  Odysseeübersetzung,  von
denen  die  erste,  wie  bemerkt,  in  den  Jahren  14o8—-1460,  die
zweite  ein  Jahr  später  als  die  erste  entstanden  ist.  Es  ist  der  Beachtung ­
  werth  und  dient  unseren  Combinationen  nicht  wenig  zur
Unterstützung,  dass  die  Odyssee  nicht  bloss  ebenfalls  wie  der
Diogenes  dem  Pabst  Pius  gewidmet  ist,  sondern  dass  sich  in  der
Widmung  der  ersteren  ein  Fortschritt  in  den  Beziehungen  des  Verfassers ­
  zu  dem  Pahste  bemerkbar  macht.  Der  Diogenes  war  eine
freie  Widmung,  die  Homerübersetzung  ist  im  Auftrag  des  Pabstes
gemacht;  in  jener  bekennt  sich  der  Übersetzer  im  allgemeinen  dem
Pabst  zu  Dank  verpflichtet,  in  dieser  ist  die  Dankesbezeugung  ungleich ­
  nachdrücklicher,  und  wir  erfahren  speciell,  wie  sehr  der  Verfasser ­
  dem  Wohlwollen  des  Pabstes  verpflichtet  war.  Dieses  Zusammenstimmen ­
  der  Umstände  wird  zu  einem  neuen  Argument  für
die  auch  an  sich  schon  hinreichend  gesicherte  Annahme,  dass  der
ungenannte  Verfasser  jener  Widmung  der  Odyssee  mit  dem  Übersetzer ­
  des  Diogenes  und  des  Phalaris  identisch  sei.  Zugleich  erkennt ­
  man  schon  hieraus,  wie  übereilt  das  Urtheil  Voigt's  (Enea
Silvio  III  S.  613)  war,  der,  nachdem  er  unter  den  'von  auswärts’
(wir  werden  sehen,  dass  Franciscus  Aretinus  in  Rom  lebte)  an  Pius
sich  wendenden  Humanisten  den  'Francesco  d'Arezzo’  mit  seiner
Übersetzung  des  Diogenes  erwähnt  hat,  bemerkt  'wir  linden  weder,
dass  Pius  vom  Buche  noch  dass  er  vom  Übersetzer  Notiz  nahm’;
und  doch  hatte  Voigt  selbst  erst  auf  S.  533  den  'Francesco  d’Arezzo’
in  dem  von  Pius  neu  eingerichteten  Collegium  der  Abbreviatoren
aufgeführt,  worauf  wir  später  zurückkommen.
4)  Die  Übersetzung  von  Luciani  oratio  de  calurnnia S7 )  (d.  i.
jrept  roö  [de  padtco?  ncareOeiv  SiaßoXrj  n.  78  bei  ßekker  II  p.  421),

3 7 )  Mazzuchelli  a.  a.  0.  scheint  diese  Übersetzung  nur  handschriftlich  zu
kennen,  und  handschriftlich  findet  sie  sich  sowohl  sonst  als  in  dem  Wiener
Codex  3236,  hier  ohne  des  Verfassers  Namen.  Mir  liegt  ein  Druck  sine
            
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