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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallne  opnscula  tria.  II.

399'

Franfciscus  Aretinus  anführte)  und  einer  prosaischen  s«),  In  der
ersten,  welche  die  Aufschrift  trägt  Ftancisci  Arretini  El  cg  in  ad
Piam  II  Pontificem  maximum  wendet  der  Dichter  sich  an  die  Muse-Thalia,
  die,  nachdem  sie  seit  Nicolaus'  glücklichen  Zeiten  habe
verstummen  müssen,  jetzt  von  neuem  in  den  Vatican  sich  wagen
und  von  dem  Zögling  der  Musen  Pius  Aeneas  sich  eines  freundlichen
Empfangs  versehen  dürfe,  er  trägt  ihr  auf,  dem  Pabst  die  Übersetzung ­
  der  Briefe  des  Diogenes  zu  überreichen:  si  te  nesciat  ipsa
refer:  /  Hunc  tibi  Franciscus  Tusca  de  gente  libellum  /  Uns
Cynici  supplex  mittit  epistolulas.
In  der  prosaischen  Widmung  erklärt  sicli  der  Verfasser  dem-Pabste
  zu  Dank  verpflichtet:  er  widme  ihm  die  kleine  Arbeit,  quod
pro  tuis  erga  me  et  studioiös  omnes  immortalibus  meritis  omne
meum  Studium  quantulumcurique,  laborem,  vigilias,  iure  optimo
sibi  vendicat  clementia  tua.  In  dieser  Vorrede  wird  auf  die  Übertragung ­
  des  Phalaris  ausdrücklich  Bezug  genommen.  Über  Diogenes
Lehen  und  Charakter,  die  hinlänglich  bekannt  seien,  eingehender  zu
handeln,  sei  nicht  erforderlich,  wie  beim  Phalaris,  den  er  eben  zuerst

36 )  Voigt  Enea  Silvio  III  613  scheint  diese  Übersetzung  nur  handschriftlich
zu  kennen.  Handschriften  nennt  Mazzuchelli  Scrittori  diItalia  Vol.  I  P.  i
in  dem  Abschnitt  über  Fr.  Accolti  d’Arezzo  S.  74,  und  es  Messen  sich
noch  andere  aus  verschiedenen  Bibliotheken  anführen.  —  Es  existirt  ein
Florentiner  Druck  von  1487,  den  ich  nicht  gesehen  habe.  Ich  benutze  die
Edition  von  1492.  Diogenis  Epistolae  /  Bruti  /  Yppocratis  mcdici  —
Florentiae  /  facta  est  harum  epistola/rum  impressio  Per  Antonium  /  Francisci
  Venetum.  Anno  Domini  /  M.  CCCC  LXXXXll.  X  Kalen,  lulias.  Die
Übersetzungen  der  Briefe  des  Brutus  und  Hippokrates  sind  von  dem
päbstlifchen  Secretär  Kinuchius,  den  Valla  mehrfach  erwähnt  und  seinen
Lehrer  im  Griechischen  nennt.  Sie  sind  beide  dem  Pabst  Nicolaus  V  gewidmet, ­
  die  letztere,  welche  auf  Veranlassung  des  päbstlichen  Arztes-Philippus
  Mediolanensis  (vgl.  Marini  Archiatri  pontificii  I  149)  entstanden,
ist  zugleich  in  einem  ebendort  abgedruckten  Briefe  Domino  A.  TT.  sancti
Chrysoguni  presbite.ro  Cardinali  uerde  gesendet.  Den  Fehler  Zierde,  der
auch  in  dem  älteren  Druck  und  in  einer  Florentiner  Handschrift  sich  tindet,.
verbessert  Marini  a.  a.  0.  in  Cardinali  Ilerdensi.  Der  Umstand,  dass  diese
Übersetzungen  des  Rinuchius  mit  des  Franciscus  Aretinus’  Diogenes  in
diesem  wie  dem  altern  Druck  verbunden  sind,  scheint  veranlasst  zu  haben,
dass  auch  die  Übersetzung  der  Briefe  des  Brutus  dem  Franciscus  Aretinus
irrthümlich  zugeschrieben  worden,  worüber  Mazzuchelli  a.  a.  0.  p.  76
n.  XVI.
            
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