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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  II.

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lei,  einmal,  dass  Valla's  von  ihm  selbst  nur  bis  zum  XVI.  Buch  geförderte ­
  Übersetzung  der  Ilias  vor  dem  Jahre  1460  ihren  Ergänzer
gefunden  batte,  und  zweitens,  dass  sie  damals  in  Italien  schon  so
wenig  bekannt  war,  dass  es  als  ein  besonderes  Verdienst  erscheinen
konnte,  ein  Exemplar  der  vollständigen  Ilias  aus  Frankreich  zurückgebracht ­
  zu  haben.
Die  zweite  Handschrift  ist  cod.  Vaticnnus  3297  37 ),  eine  Pergamenthandschrift ­
  von  217  Folioblättern,  ganz  von  einer  Hand  geschrieben. ­
  Die  Aufschriften  und  Anfänge  der  einzelnen  Bücher  sind  schön  verziert ­
  und  abwechselnd  mit  blauen  oder  goldenen  Uncialen  ausgeführt.
Sie  enthält  dieselbe  Übersetzung,  wie  die  vorige  Handschrift,  mit  gleichem ­
  Anfang  und  Schluss.  Fol.  1  r  Iliados  ■  Homeri  ■  Über  ■  /  primus
  ■  incipit  ■  felibiter  ■  /  Scripturus  /  ego  ■  quätam  /  exercitib/us
Gratis  cet.  Am  Schluss  des  XVI.  Buches  Iliados.  Lib.  XVI  explicit.
XVII  incipit  fei■  ohne  Andeutung,  dass  hier  ein  anderer  Übersetzer
eintrete.  Am  Ende  der  Handschrift  aber  fol.  217  r  steht  von  derselben
Hand,  welche  den  Codex  geschrieben,  in  abwechselnd  blauen  und
goldenen  Uncialen  folgende  Subscriptio:  Hane  ■  Homeri  ■  Hindern  ■
partim  •  /  d  ■  Laurentio  ■  Valla  ■  partim  ■  d  ■  /  Francisco  ■  Arretino  •
tradu/ctam  ■  exemplari  ■  deprauatis/simo  ■  transcripsit  ■  P  Hippo/
lytus  -Lunensis  ■  iussu  ■  impen/sisque  ■  illustris  ■  Bernardini  ■  /  Carafae
  ■  in  equestri  ■  ordine  ■  Hie/rosolymitano  ■  antistitis  ■  reue/
reudissimi  ■  ac  bene  merentis  ■  /  qui  ■  et  ■  per  ■  omnes  ■  virtutü  •  nu/
meros  ■  et  ■  per  ■  omnem  ■  emine/tioris  ■  doctrinae  cultü  ■  quojtidie  ■
surgit.
Hier  also  ein  positives  Zeugniss,  dass  Valla's  von  ihm  seihst
unvollendet  gelassene  Übersetzung  von  anderer  Hand  ergänzt  und
abgeschlossen  worden.  Mit  Hülfe  der  eigenen  Angabe  Valla’s  in  den
früher  (Anm.  12  und  13)  angezogenen  Briefen  deuten  wir  das  partimpartim
  dieser  Unterschrift  dahin,  dass  zu  den  von  Valla  herrührenden
16  Büchern  die  übrigen  8  von  dem  in  der  Subscriptio  genannten
Franciscus  Arretinus  hinzugefügt  worden.  Für  diese  durch  Valla
selbst  vorgezeichnete  Sonderung  des  Antheils  beider  Übersetzer
gewinnen  wir  eine  weitere  sehr  erwünschte  Bestätigung  aus  einer
in  dem  cod.  Barberinus  VIII  114  chart.  saec.  XV  erhaltenen  Vor-37

 )  Diese  Handschrift  wird  erwähnt  bei  Mazzuehelli  ScriUori  d'  Italia  Vol.  I
P.  1  p.  68  ff.  unter  Franc.  Accolti  d’  Arezzo  n.  14.

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