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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  II.

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oben  Amn.  10),  Laurentius  Valla  den  Virgilius,  den  er  nach  Poggius’
übertriebenem  Ausdruck  als  einen  purum  consicleratum  poetam  zu
tradieren  pflegte,  selbst  diesem  Epitomator  der  Ilias  nach  stellte,  wobei
indessen  möglicherweise  der  Nachdruck  mehr  auf  den  auch  im
Epitomator  steckenden  griechischen  Dichter  als  auf  jenen  selbst
gelegt  war  und  sicherlich  die  Opposition  gegen  die  den  damaligen
Humanisten  gemeinsame  masslose  Überschätzung  des  Virgilius  das
Urtheil  bestimmte.
Dass  nun  mit  dieser  kritischen  Revision  der  alten  Epitome  der
Ilias  der  Übersetzer  Oratius  Romanus  in  irgend  welchem  Zusammenhang ­
  gestanden,  ist  wenigstens  in  Georgias’  Worten  mit  keiner  Silbe
angedeutet.
Dass  endlich,  da  die  Versuche  des  Carolus  Aretinus  und  Oratius
Romanus  unvollendet  blieben,  der  Pabst  sich  kurz  vor  seinem  Tode
noch  an  den  Franciscus  Philelphus  um  eine  metrische  Übertragung
des  Homer  gewendet  habe,  ist  ebenso  glaublich,  wie  dass  dieser,
als  er  in  späteren  Jahren  von  den  ihm  gemachten  Anerbietungen
erzählte,  gewaltig  übertrieben  habe  (in  der  in  Briefform  gekleideten
Invective  gegen  Leodrisius  Crivellus  d.  d.  1.  Aug.  1463.  Francisci
Philelphi  epistolae.  Venetiis  1302.  fol.  181  v).
Mit  diesen  Wünschen  und  Bemühungen  des  Pabstes  Nicolaus
um  eine  den  Dichter  Homer  wiederspiegelnde  lateinische  Übertragung ­
  batten  andere  früher  gemachte  Übersetzungen  des  Homer
nichts  zu  tliun.  Voigt  schreibt  zwar  (Wiederbelebung  p.  3S8):
'Jedermann  wusste,  dass  die  höchste  Gunst  des  Pabstes  hier  (durch
eine  Homeriiberselzung)  zu  verdienen  sei,  und  es  wurden  ihm  Versuche ­
  eingereicht,  die  aber  seinem  scharfen  Urtheile  nicht  genügen
wollten.  Wahrscheinlich  gehörte  dazu  Valla’s  Übersetzung ­
  der  Ilias.  Decembrius  übersetzte  die  zwölf  ersten  Bücher
derselben,  aber  beide  wagten  es  nicht,  den  Homerischen  Vers  nachzubilden. ­
  Guarino  wurde  aufgefordert,  wir  hören  indess  nicht,  dass
er  die  schwierige  Arbeit  unternommen.’  Aber,  um  vom  letzten  anzufangen, ­
  dass  Guarinus  um  eine  Homerübersetzung  angegangen
worden,  weiss  Voigt  allein.  Denn  Vespasiano,  auf  den  er  sich  beruft,
sagt  es  nicht  (Mai  Spieil.  Rom.  Tom.  I  49  in  der  Vita  Nicolai),
sondern  indem  er  die  unter  und  durch  Nicolaus  angeregten  schriftstellerischen ­
  Arbeiten  aufzählt,  schreibt  er:  L’  Iliade  d'  Omero.
Strabone  de  situ  orbis  fece  tradurre  a  Guerrino,  so  dass  deutlich
            
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