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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  I.

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■vor  Ablauf  der  drei  Monate  seit  Fortigarius  am  21.  Februar  1453
erfolgten  Tode  durch  päbstliche  Bulle  zum  Bischof  yon  Arras  designirt
  worden,  und  alles  wäre  klar  und  in  Übereinstimmung,  wenn
das  von  der  Ernennung  des  Iacobus  Portugallensis  angeführte  Datum
10.  Kal.  April.  1433  vielmehr  von  des  Iohannes  Goffridus  Ernennung
zum  Bischof  von  Arras  zu  gelten  hätte.  Doch  wage  ich  nichts  zu
entscheiden,  und  bemerke  nur  noch,  dass  wenn  die  Nennung  des
episcopus  Atrebatensis  bei  Yalla  für  die  Datirung  des  Antidotum
nicht  verwerthet  werden  kann,  sie  doch  auch  nicht  geeignet  ist,  den
anderweitig  gewonnenen  Ergebnissen  Abbruch  zu  thun.
Schliesslich  sei  noch  eine  Verwirrung  berührt,  die  sich  an
eben  jene  beiden  episcopi  Atrebatenses  Iacobus  Portugallensis  und
Iohannes  Goffridus  knüpft.  Georgius  Vita  Nicolai  p.  164  schreibt,
dass  1455  beim  Tode  des  Pabstes  Nicolaus  Iacobus  episcopus  Atrebatensis ­
  die  Leichenrede  gehalten,  welche  die  Vaticanische  Handschrift ­
  3673  aufbewahre,  und  bemerkt  über  diesen  episcopus  Atrebatensis ­
  des  weiteren:  paucis  ante  pontificis  obitum  diebus  Atrebatensis ­
  episcopus  ad  Philippum  Burgundiae  ducem  legatus  designatus
erat  [die  nämliche  Sendung  des  'episcopus  Atrebatensis  vom
10.  März  1433  erwähnt  Georgius  auch  p.  160]:  fuit  autem  e  regio
Lusitanorum  sanguine,  Omnibus  ingenii  ac  animi  dotibus  modestiaque
  praeditus  atque  a  Callisto  III  a.  1436  in  amplissimum  cardinalium
  ordinem  lectus,  verum  immaturo  fato  praeceptus:  obiit  enim
Florentiae,  quum  nondum  XXVI.  aetatis  annum  implevisset.  Allein
dieser  aus  königlichem  Blut  stammende  Iacobus  (über  den  auch
Vespasiano  Spicil.  Rom.  I  200  fg.)  war  nach  dem  oben  mitgetheilten,
wenn  er  es  überhaupt  je  gewesen,  beim  Tode  des  Pabstes  Nicolaus
sicher  nicht  mehr  episcopus  Atrebatensis;  auch  war  nicht  dieser  es,
welcher  am  10.  März  1435  mit  einer  Gesandtschaft  an  Herzog  Philipp
von  Burgund  beauftragt  worden,  sondern  Iohannes  Goffridus  (Gallia
Christiana  III  345),  und  letzterer  wird  es  also  auch  gewesen  sein,
der  die  Leichenrede  auf  Pabst  Nicolaus  gehalten,  über  deren  Verfasser ­
  die  Vaticanische  Handschrift  Auskunft  geben  müsste.  Iohannes
Goffridus  galt  übrigens  wie  als  Gelehrter  überhaupt  so  auch  als
Redner,  und  von  ihm  ist  es  leicht  zu  glauben,  dass  er  eine  Gelegenheit, ­
  eine  Probe  seiner  Beredsamkeit  abzulegen,  nicht  ungern
ergriff  (Voigt  Enea  Silvio  III  p.  192).

Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXl.  Bd„  I.  Hft.

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