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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  n

Übertragung  des  ersten  von  Carolus  Aretinus  Bezug  nimmt,  und
falls  dieser  erste  Versuch  seines  Gönners  Beifall  finde,  auch  die
übrigen  Bücher  der  Iliade,  deren  Inhalt  er  poetisch  ausführt,  nachfolgen
  zu  lassen  verspricht;  doch  hat  er  nur  noch  (nach  1472  mit
einer  neuen  Widmung  an  Laurentius  Medices)  das  dritte,  dann  das
vierte  und  fünfte  vollendet.
Ob  sich  von  Aretinus’  Übersetzung  noch  etwas  erhalten,  ist  mir
unbekannt,  und  auch  das  ist  nicht  auszumachen,  ob  seine  Arbeit  mit
dem  ersten  Buch  abgebrochen.  Hieronymus  Aliottus  scheint  mehr
als  eins  gekannt  zu  haben,  wenn  er  in  dem  Dialog  Gratulatio  ad
Pium  II  pro  felici  ac  secundo  ex  Mantuana  peregrinatione  reditu
«.  D.  1460  (Aliotti  Epistolae  et  opuscula.  Arretii  1769  vol.  II
p.  330)  mit  unbestimmtem  Ausdruck  schreibt:  Carolus  Aretinus,  vir
sui  temporis  inter  onuies  doctissimus,  latinum  facere  Homerum  est
adgressus  et  praegustationem  quandam  ingenii  sui  nobis  reliquit,
l  ihr  um  unum  aut  item  alt  er  um  transferens  elegant  i  quidem
carmine  ac  terso,  immaturo  interea  funere  raptus  et  intcrceptus  est..
Und  Vespasiano  redet  geradezu  von  zwei  Büchern,  welche  Carolus
Aretinus  übersetzt  habe  (Spicil.  Rom.  I  573):  tradusse  la  batracomiomacliia
  di  Omero  in  versi,  che  fu  assai  stimata;  tradusse
dua  libri  deII’  Iliade.  Die  Möglichkeit  ist  nicht  zu  bestreiten,
dass,  wenn  auch  Politianus  nur  ein  Buch  kannte,  ausser  jenem  dem
Pabst  Nicolaus  als  Probe  eingesendeten  ersten  bei  Aretinus"  Tode
noch  ein  zweites  vielleicht  unvollendetes  sich  vorgefunden  habe  19 ).

I0 )  Gleichzeitig  mit  Politian,  wenn  nicht  schon  früher,  hatte  zu  Rom  Proben
einer  metrischen  Iliasübersetzung  geliefert  der  in  jungen  Jahren  vor  1473
gestorbene  Nicolaus  de  Valle,  der  unter  dem  Pontificat  Pius’  II  (1438  —
1464)  in  verschiedenen  Productionen  sich  versucht  und  damit  um  des
Pabstes  Gunst  sich  beworben  hatte.  Voigt  hat  ihn  in  dem  Abschnitt  über
Pius  II  als  Maecen  der  Humanisten  (Enea  Silvio  III  Kap.  10)  der  Erwähnung ­
  nicht  werth  gehalten;  aber  Marini  Archiatri  po/ilificii  I  122  A.
gibt  Nachrichten  über  ihn  und  führt  aus  einer  Vaticanischen  Handschrift
eine  Elegie  desselben  intorno  alla  promozione  de'  CardinaU  fatta  da  Pio  II
und  eine  Invective  in  Distichen  gegen  einen  die  griechische  Litteratur
herunterziehenden  Paedagogus  nebst  einer  Widmung  an  Franciscus
Patricias  an  (über  letzteres  vgl.  Labheus  nova  bibliothecci  p.  67).  Ein  umfangreiches ­
  Gedicht  Roma  Constantinopoli  Sorori  Carissirnae  Rcsponsum  per
Nicolaum  de  Valle  ist  in  einem  der  Rossettischen  Sammlung  in  Triest
angehörigen  Codex  (n.  XII):  Epaeneticorum  ad  Pium  II  libri  quattuor
            
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