Laurentii Vallae opuscula tria. II.
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Pontificat zu der Zeit, als er Staatskanzler von Florenz war, auf des
Pabstes Wunsch eine Iliasübersetzung in heroischem Mass begonnen
batte. Das erste Buch, das er vorlegte, hatte des Pabstes Beifall,
der ihn unter dem 24. October 1452 dringend einlud, nach Rom
überzusiedeln , um sich der Vollendung der Übertragung in ungestörter
Müsse hinzugeben, und in einem gleichzeitigen Schreiben
an die florentinische Republik sich wendete, um für den Staatskanzler
einen Urlaub zu diesem Zwecke zu erwirken 17 ). Doch ward
die wohlgemeinte Absicht des Pabstes durch Aretinus’ schon am
24. April 1453 erfolgten Tod durchkreuzt. Diese Übersetzung des
ersten Buches der Ilias lag Angelus Politianus vor, als er in jungen
Jahren (nach 1469) das zweite übertrug und mit einer Widmung an
Laurentius Medices sandte, in welcher er v. 18 fg. ls ) auf jene ältere
I7 ) Die beiden von Poggius geschriebenen Briefe des Pabstes theilt Mai im
Spicilegiuni Romanum I 574 A. init. In dein ersten heisst es : legimus summa
cum voluptate animi unum librum Homert, quem latinum versibus effecisti.
Und in dein andern: cum desideremus propter linguac latiuae
augumentum et doctorum virorum ulililatem, ul Homerus gravis poeta
latinus efficiatur, ad id autem dilectus filius Carolus aretinus vesler cancellarius
ac secretarius noster sil aptissimus inter omnc.s et ium opus
illud inceperit nostro rogatu transferre admodum eleganter
et docte, scribimus ei ut velit ad Urbem venire etc.
Js ) Nuper et inlatum (in Latium ?) dicini carmen Homeri
Vertere tenlavi fidibusque aptare latinis.
Sed quia Romuleo cantavit pectine primum
Smyrnaei vatis sublimi carmine librum
Carolus Aonii celeberrimus incola fontis,
Proximus, en, nostro qui contigit ore sonandus,
Te petit ac pavido scandit tua limina passu.
Ich entnehme die Verse dem 1867 zu Florenz erschienenen Buche Prose
volgari inedite e poesie latine e grec/te edite e inedite di Angelo Ambrogini
Poliziano. Ruccolte e illustrate da Isidoro del Lungo, worin von S. 431 ab die
Iliasiibersetzung Politian’s von neuem gedruckt ist. Sie war schon früher
aus Vaticunischen Handschriften in Mai’s Spicilegium Romanum vol. II
(1839) gedruckt und hieraus ein paar grössere Proben in der schon genannten
Universilätsschrift von ßernays (Bonn 1831) S. 6—23. Keiner
dieser beiden Drucke scheint dem neuesten Biographen Politian's (Angelus
Politianus. Ein Culturbild aus der Renaissance von Ur. Jacob Mähly.
Leipzig 1864J bekannt gewesen zu sein, der S. 97 den durch Politian
^selbst verschuldeten Verlust des übersetzten Homer beklagt, ohne mit
•einem Wort an jene Publicationen zu erinnern.