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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  n

existimarint.  Und  ganz  von  gleicher  Art  war  der  oben  (II.  Exc.
Anm.  14)  berührte,  von  demselben  Facius  aufgetischte  Verdacht,  dass
Valla  in  dem  Dialog  de  voluptate  ein  Werk  seines  Oheims  sich
angeeignet  habe.
Mehr  als  die  in  den  angeführten  Briefen  genannten  sechzehn
Bücher  der  Ilias  hat  Valla  nicht  übersetzt,  was  allein  schon  zu  dem
Schlüsse  berechtigt,  dass  er  die  im  Anfang  der  vierziger  Jahre  gemachte ­
  Übertragung  in  späterer  Zeit  nicht  wieder  aufgenommen
hat,  wofür  der  Grund  in  anderen  litterarischen  Arbeiten  Valla’s  eher
zu  suchen  sein  wird,  als  etwa  in  einer  ungünstigen  Beurtheilung
Aurispa's,  von  dessen  Entscheidung  er  in  dem  erwähnten  Briefe  die
Herausgabe  abhängig  gemacht  hatte.  Hiernach  hat  die  Annahme
keine  Wahrscheinlichkeit,  dass  Valla  mit  seiner  Iliasübersetzung
sich  habe  dem  Pabst  Nicolaus  verbindlich  erzeigen  wollen.  Allerdings
ist  bekannt,  dass  der  Pabst  den  lebhaften  Wunsch  hegte,  neben
anderen  Übertragungen  griechischer  Autoren  einen  lateinischen
Homer  im  Versmass  des  Originals  zu  besitzen.  Manetti  im  Leben  des
Pabstes  (Muratori  Scriptores  rer.  Ital.  T.  III  P.  II  p.  927)  redet  unbestimmt ­
  von  zwei  angesehenen  Gelehrten,  welche  diesem  Wunsche
des  Pabstes  zu  begegnen  sich  bemühten:  Iliados  quoque  celebratum
Homeri  poema  latinis  —  difficile  saue  et  dirduum  opus  —  versibus
a  duobus  praestantibus  viris  eodem  tempore  traducebatur,  quod
loliannis  lioccaccii  Florentini  poetae  iempöribus  a  Leontio  quodam
Thessalonicensi,  illius  in  Graecis  litteris  praeceptore,  soluta
oratio  ne—multo  facilius  ad  traducendum  quam  carmine—factum
fuisse  novirnus.  Den  einen  derselben  erkennen  wir  in  Carolus
(Marsuppini)  Aretinus,  der  in  jungen  Jahren  die  Batrachomyomachie
  »«)  in  lateinischen  Hexametern  übertragen  und  unter  Nicolaus
le )  Fai-ius  nennt  diese  handschriftlich  mehrfach  vorkommende  und  auch  gedruckte ­
  Übersetzung,  und  zwar  nur  sie,  in  dem  Huch  de  viris  illustribus
p.  12  (Mehus):  rannen  etiam  adamavit.  Homeri  Myobatrachomachiam
traduxa  versa  hexamc.tro.  Auch  Aeneas  Sylvins  erwähnt  sie  in  dem  (nach
Voigt’s  Angabe  II  324)  in  den  Jahren  1444—14K0  geschriebenen  Buche
de  viris  claris  (PU  II  Oraliones.  Lucae  1739.  P.  111  p.  172  und  in  dem  vollständigen ­
  Abdruck  in  den  Schriften  des  Stuttgarter  litterarischen  Vereins
vom  J.  1843):  carmeri  elrgaas  facit  (Carolus  Aretinus)  nee  minor  est
in  oratione  soluta  ;  huins  primi  versus,  quos  viderim,  fuerunt  ex  Homero
traducti,  qui  bellum  murinin  et  ranarum  referunt,  sed  vir  graudior  factus
maturiora  conscribit.
            
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