Laurentii Y'allae opuscula tri«. II.
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lediglich um eine private, an zwei Freunde gerichtete Auskunft
über die Autorschaft der Herodotübersetzung handelte, zumal diese
nicht sowohl für sich Belehrung als ein auch der Nachwelt
bleibendes Zeugniss über den Urheber jener Übersetzung von
Pontanus begehrten? Ich denke, jene Worte und der ganze Zusammenhang
des Briefes linden ihre befriedigende Erklärung nur
unter der Voraussetzung, dass bei einer auf Veranlassung jener
beiden Freunde zu veranstaltenden Herausgabe der ohne Aufschrift
und Widmung in der Bibliothek des Königs sich befindenden Herodotübersetzung
Valla's dieser Brief Pontanus' an Stelle einer prnefcitio
vnrgesetzt werden sollte. Dann wird die nähere Mittheilung über die
Übersetzung und deren Verfasser sowie das Urtheil über den Schriftsteller
selbst begreiflich, und der Brief, als Vorrede genommen,
ist ganz in der Art wie andere Gelehrte, z. B. Valla selbst beim
Thucydides, Vorreden zu ihren Übersetzungen verfassten, und tritt
in noch einleuchtendere Parallele zu dem Briefe, mit welchem
lacobus Curlus die von seinem Freunde Facius hiuterlassene Arrianübersetzung
dem Fenolleda zueignete.
Was nun Pontanus über Valla's Herodot mittheill, stimmt nicht
genau mit Facius' Angaben: dennoch konnten beide nach den Verhältnissen
der Zeit und ihren Beziehungen zu Valla und dem neapolitanischen
Hofe über den wahren Sachverhalt wohl unterrichtet
sein, und wir sind berechtigt, ihre Nachrichten, wenn möglich, zu
vereinigen. Dies aber gelingt unschwer.
Wir nehmen an, dass Valla die Herodotübersetzung auf den
Wunsch des Pabstes Nicolaus unternommen. Da sie aber beim Tode
des Pabstes unvollendet war, wendete er sich, um die umfangreiche
Arbeit nicht ohne die Aussicht auf einen entsprechenden Lohn zu
Ende zu führen, an seinen einstmaligen Gönner, König Alphous,
mit dem er auch nach seiner Übersiedelung nach Rom in steter Vervor
seiner Gelehrsamkeit und seinem Scharfsinn, doch im Grunde an den
in der neapolitanischen Akademie, an deren Spitze erst Panorinita, später
Pontanus selbst stand, sich forterbenden Traditionen über Valla haftete,
zu denen auch die von Valla Antidot. IV p. 340 abgewiesenen spicula in
Christum gehörten. So mochte es dem Pontanus denn auch ein nicht ganz
willkommener Auftrag sein, durch jenen Brief sich zum Herausgeber des
von Valla hinterlassenen Herodotus zu machen, dem er sieh jedoch den
Freunden zu Liebe nicht entzog.