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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Laurentii  Vallae  opuscula  tria.  II.

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Die  älteste  Nachricht  üherValla's  Herodot,  der  in  seinen  eigenen
Schriften  ausdrücklich  nicht  genannt  wird,  ist  hei  Bartholomäus
Facius  erhalten,  der  um  1456  8 )  sein  mageres  Büchlein  de  viris
illustribus  schrieb.  Seit  dem  gehässigen  Streit  zwischen  ihm  und
Valla  waren  zehn  Jahre  dahin  gegangen,  vielleicht  auch  bei  einem
gelegentlichen  Besuche  Valla's  in  Neapel  am  Hofe  Alplions'  eine  persönliche ­
  Wiederannäherung  eingetreten.  Facius  hat  es  wenigstens
über  sich  vermocht,  unter  seinen  illustres  viri  auch  Valla  einen  Platz
einzuräumen«),  und  obwohl  er  hei  ihm  das  Loh  karger  abmisst,  als
bei  anderen,  so  erkennt  man  doch  den  Respect,  den  er  vor  Valla's
überlegener  Tüchtigkeit  hegte.  Er  nennt  nur  die  Hauptwerke  (p.  23)
Laurentius  Valla  Romanus  artem  rhetoricam  diu  tum  Neapoli  tum
Romae  professus  est:  multa  legit,  multa  etiani  litteris  mandavit.
Scripsit  de  elegantia  latinae  linguae,  quem  librum  Elegantiarum
inscripsit;  de  summo  bono,  quod  in  voluptate  constituit;  in  dias

 )  loh  nehme  dieses  Jahr  als  das  der  Abfassung  dieses  Büchleins  an  auf
Grund  der  von  Mehus  in  der  Vorrede  zu  seiner  Ausgabe  desselben  geführten ­
  Untersuchung,  deren  Hauptargument  darin  besteht,  dass  Facius
den  Aeneas  Sylvins  unter  den  Viri  Illustres  nur  als  episcopus  Senensis,
was  derselbe  1430  geworden,  nicht  als  Cardinal  aufführt,  zu  welcher
Würde  Aeneas  17.  December  1456  erhoben  worden.  Dennoch  steht  der
Annahme  ein  Umstand  entgegen,  den  weder  Mehus  noch  sonst  Jemand  beachtet ­
  zu  haben  scheint.  In  dem  Elogium  des  Guarinus  Veronensis  p.  18
steht:  Eins  (Guarini)  quoque  praestantiae  singulare  testimonium  est  epigramma
  hoc  nobile  Antonii  Panormitae,  editum  ab  illo  quam  vita  punctum
audivisset:  ’Quantum  Ronmlidae  sanctum  videre  Catonem  —■  —  Tantum
laeta  suum  vidit  Verona  Guarinum.’  Guarinus  aber  starb  4.  December  1460,
und  dieses  sein  Todesjahr  —  über  sein  Lebensalter  gehen  die  Angaben
auseinander  —  wird  durch  so  verlässliche  Zeugnisse  verbürgt,  dass  kaum
ein  Bedenken  dagegen  aufkommen  kann.  Man  vgl.  Zeno  Diss.  Voss.  I  p.  223,
Borsetti  Historia  Ferrar.  gynm.  I  p.  37.  Wenn  also  hier  nicht  in  anderer
Weise  der  Widerspruch  zu  lösen  ist,  wird  man  annehmen  müssen,  dass
erst  später  nach  Facius’  Tode  (1437)  jenes  Epigramm  des  Panormita  in
Facius’  Buch  aufgcnoinmen  worden;  und  in  der  That  ist  es  auch  das  einzige ­
  metrische  Elogium,  das  sieh  in  demselben  findet.
«)  Anders  Panormita,  der  in  jenem  Streit  zwar  im  Hintergrund  stand,  aber
doch  der  eigentliche  Anstifter  war.  In  der  Schrift  Diel,  et  fact.  Alphorni
lib.  II  c.  61.  p.  38  zählt  er  unter  den  am  Hofe  Alphons’  lebenden  oder  dem
König  nahestehenden  Gelehrten  den  Bartholomaeus  Facius,  Georgius
Trapezunlius,  Leon.  Aretinus,  Poggius  auf;  Valla’s  geschieht  weder  hier
noch  irgend  sonst  in  dem  Buche  Erwähnung.
            
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