Laurentii Vallae opuscula tria. II.
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Die älteste Nachricht üherValla's Herodot, der in seinen eigenen
Schriften ausdrücklich nicht genannt wird, ist hei Bartholomäus
Facius erhalten, der um 1456 8 ) sein mageres Büchlein de viris
illustribus schrieb. Seit dem gehässigen Streit zwischen ihm und
Valla waren zehn Jahre dahin gegangen, vielleicht auch bei einem
gelegentlichen Besuche Valla's in Neapel am Hofe Alplions' eine persönliche
Wiederannäherung eingetreten. Facius hat es wenigstens
über sich vermocht, unter seinen illustres viri auch Valla einen Platz
einzuräumen«), und obwohl er hei ihm das Loh karger abmisst, als
bei anderen, so erkennt man doch den Respect, den er vor Valla's
überlegener Tüchtigkeit hegte. Er nennt nur die Hauptwerke (p. 23)
Laurentius Valla Romanus artem rhetoricam diu tum Neapoli tum
Romae professus est: multa legit, multa etiani litteris mandavit.
Scripsit de elegantia latinae linguae, quem librum Elegantiarum
inscripsit; de summo bono, quod in voluptate constituit; in dias
) loh nehme dieses Jahr als das der Abfassung dieses Büchleins an auf
Grund der von Mehus in der Vorrede zu seiner Ausgabe desselben geführten
Untersuchung, deren Hauptargument darin besteht, dass Facius
den Aeneas Sylvins unter den Viri Illustres nur als episcopus Senensis,
was derselbe 1430 geworden, nicht als Cardinal aufführt, zu welcher
Würde Aeneas 17. December 1456 erhoben worden. Dennoch steht der
Annahme ein Umstand entgegen, den weder Mehus noch sonst Jemand beachtet
zu haben scheint. In dem Elogium des Guarinus Veronensis p. 18
steht: Eins (Guarini) quoque praestantiae singulare testimonium est epigramma
hoc nobile Antonii Panormitae, editum ab illo quam vita punctum
audivisset: ’Quantum Ronmlidae sanctum videre Catonem —■ — Tantum
laeta suum vidit Verona Guarinum.’ Guarinus aber starb 4. December 1460,
und dieses sein Todesjahr — über sein Lebensalter gehen die Angaben
auseinander — wird durch so verlässliche Zeugnisse verbürgt, dass kaum
ein Bedenken dagegen aufkommen kann. Man vgl. Zeno Diss. Voss. I p. 223,
Borsetti Historia Ferrar. gynm. I p. 37. Wenn also hier nicht in anderer
Weise der Widerspruch zu lösen ist, wird man annehmen müssen, dass
erst später nach Facius’ Tode (1437) jenes Epigramm des Panormita in
Facius’ Buch aufgcnoinmen worden; und in der That ist es auch das einzige
metrische Elogium, das sieh in demselben findet.
«) Anders Panormita, der in jenem Streit zwar im Hintergrund stand, aber
doch der eigentliche Anstifter war. In der Schrift Diel, et fact. Alphorni
lib. II c. 61. p. 38 zählt er unter den am Hofe Alphons’ lebenden oder dem
König nahestehenden Gelehrten den Bartholomaeus Facius, Georgius
Trapezunlius, Leon. Aretinus, Poggius auf; Valla’s geschieht weder hier
noch irgend sonst in dem Buche Erwähnung.