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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Zur  Geschichte  des  Zwischenreiches  von  Han.  331
Da  er  nur  auf  euch  Bedacht  nimmt,  hat  da  derjenige,  vor  dem  ich
unter  den  Stufen  stehe,  mich  vergessen?
Um  die  Zeit  befanden  sich  die  Landstriche  des  Nordens  in
einem  Zustande  der  Zerstörung  und  Auflösung,  Yü-yang  hingegen
erholte  sich  und  blieb  unversehrt.  Daselbst  waren  noch  die  alten
Obrigkeiten  für  Salz  und  Eisen.  Peng-tschung  verführte  diese  Gegenstände ­
  und  erhandelte  dafür  Getreide.  Er  sammelte  seltene  Kostbarkeiten, ­
  und  sein  Reichthum  und  seine  Macht  nahmen  zu.
Tschü-feu  konnte  sich  mit  Peng-tschung  nicht  vertragen.  Er
hatte  diesen  öfters  verläumdet  und  an  ihm  festgehalten.  Im  Frühlinge
des  zweiten  Jahres  des  Zeitraumes  Kien-wu  (26  n.  Chr.)  erging
eine  höchste  Verkündung,  durch  welche  Peng-tschung  vorgeladen
wurde.  Dieser  glaubte,  dass  Tschü-feu  ihn  verrathen  habe.  Er
machte  eine  Eingabe  und  verlangte,  mit  Tschü-feu  zugleich  vorgeladen ­
  zu  werden.  Ausserdem  richtete  er  an  U-lmn,  Kai-yen  und
andere  Männer  Schreiben,  in  welchen  er  das  Unrecht  Tschü-feu’s
vollständig  darlegte  und  mit  Nachdruck  hegehrte,  dass  dieser  gemeinschaftlich ­
  mit  ihm  vorgeladen  werde.  Der  Kaiser  erlaubte  dieses
nicht.  Peng-tschung  misstraute  immer  mehr,  und  seine  Gattin,  von
Gemüthsart  hartnäckig  und  unbeugsam,  redete  ihm  eindringlich  zu,
der  Vorladung  keine  Folge  zu  gehen.  Peng-tschung  berieth  sich  noch
mit  den  ihn  nahe  stehenden  und  sein  Vertrauen  geniessenden  Angestellten. ­
  Diese  Männer  waren  von  Hass  gegen  Tschü-feu  erfüllt,
und  unter  ihnen  war  keiner,  der  ihn  zur  Reise  ermahnt  hätte.
Der  Kaiser  schickte  j|j|j  Tse  -  heu  -  lan-king,
einen  Neffen  Peng-tschung's,  um  diesen  die  Sache  vortragen  zu
lassen.  Peng-tschung  behielt  bei  diesem  Anlasse  Tse-heu-lan-king
zurück,  Hess  sogleich  die  Streitmacht  ausrücken  und  empörte  sich.
Nachdem  er  die  Anführer  und  Häuptlinge  ernannt  und  ihnen  ihren
Platz  angewiesen  hatte,  stellte  er  sich  an  die  Spitze  von  zweimal
zehntausend  Kriegern  und  überfiel  Tschü-feu  in  Ki.  Er  theilte  hierauf
seine  Streitmacht  und  durchstreifte  Kuang-yang,  Schang-kö  und
Yeu-pe-ping.  Weil  er  ferner  in  Gemeinschaft  mit  Keng-hoang  sich
grosse  Verdienste  erworben,  die  Gnaden  und  Belohnungen  jedoch
bei  ihnen  beiden  gering  waren,  schickte  er  mehrmals  Abgesandte
und  versuchte  es,  Keng-hoang  auf  seine  Seite  zu  ziehen.  Dieser  ging
auf  die  Vorschläge  nicht  ein  und  liess  die  Abgesandten  ohne  Umstände ­
  enthaupten.
            
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