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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

nannte  Peng-tschung  zum  Lehensfürsten  von  Kien-tschung  und  verlieh ­
  ihm  den  Titel  eines  grossen  Heerführers.  Bei  der  Belagerung
von  Han-tan,  die  hierauf  unternommen  wurde,  führte  Peng-tschung
dem  Heere  die  Mundvorräthe  zu,  die  in  Folge  dessen  zu  keiner  Zeit
ausgingen.
Nach  dem  Tode  Wang-lang’s  verfolgte  Kuang-wu  die  Abtheilung
des  „kupfernen  Pferdes“  und  kam  nach  Ki.  Peng-tschung  überreichte
die  mit  seinem  Namen  beschriebene  Tafel.  Er  that  sich  viel  auf  seine
Verdienste  zu  Gute,  und  seine  Wünsche  und  Erwartungen  gingen
sehr  hoch.  Als  Kuang-wu  mit  ihm  zusammentraf,  konnte  er  ihn  nicht
befriedigen.  Jener  war  desshalb  im  Herzen  ungehalten.  Kuang-wu
wusste  dieses  und  befragte  darüber  Tscbü-feu,  Statthalter
von  Yeu-tscheu.  Dieser  antwortete:  Zur  Zeit  als  U-han  im  Norden
die  Kriegsmacht  hervorsandte,  hinterliessest  du,  o  grosser  König,
Peng-tschung  das  Schwert,  das  du  getragen  hattest.  Du  verliessest
dich  ferner  auf  ihn  und  machtest  ihn  zum  Vorsteher  der  nördlichen
Wege.  Peng-tschung  sagte,  bei  seiner  Ankunft  hättest  du  ihm  an  der
kleinen  inneren  Thiire  entgegen  gehen,  seine  Hand  ergreifen,  im
Umgang  freundlich  sein  und  dich  zu  ihm  setzen  sollen.  Weil  dies
aber  nicht  der  Fall  war,  wurde  er  seiner  Hoffnungen  verlustig.  Ich
sage  bei  diesem  Anlässe:  Zur  Zeit,  als  Wang-mang  der  Tsai  beug  >)
war,  trat  Kren-fung  2)  am  Morgen  und  am  Abend  bei  ihm  ein,  um
sich  mit  ihm  zu  berathen.  Die  Zeitgenossen  nannten  ihn  in  ihren
Gesprächen:  Kien-tschang-pe  s),  den  mitternächtlichen  Gast.  Später,
als  Wang-mang  sich  die  Würde  angemasst  hatte,  war  Kien-fung  im
Herzen  ungehalten  und  wurde  zuletzt  hingerichtet.  —  Kuang-wu
lachte  laut  und  meinte,  so  weit  werde  es  nicht  kommen.
Als  Kuang-wu  zur'Würde  des  Himmelssohnes  gelangte,  wurden
sowohl  U-hang  als  Wang-liang,  die  einst  im  Aufträge  Peng-tschung’s
geschickt  worden  waren,  zu  einem  der  drei  Fürsten  ernannt,  Pengtschung
  allein  erhielt  keine  weitere  Auszeichnung.  Dieser  wurde  jetzt
noch  unzufriedener,  da  er  seine  Absicht  nicht  erreicht  hatte.  Er  rief
aus:  Meine  Verdienste  sind  von  der  Art,  dass  ich  König  werden  sollte.

*)  Im  vierten  Jahre  des  Zeitraumes  Yuen-schi  (4  n.  Chr.)  legte  sich  Wang-n??.ng
den  Titel  eines  Tsai-heng  (ersten  Dieners  und  Wagebalkens)  bei.
2 )  Kien-fung  war  damals  der  grosse  Vorsteher  der  Räume.
3 )  Tschang-pe  ist  der  Jünglingsname  Kien-fung’s.
            
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