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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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V  a  h  1  e  ii

Storiad.  lett.  ital.  VI  p.  916,  Mazzuchelli  Scrittori  cCltalia.  Tom.  II
P.  IV  p.  2113,  Saxius  in  der  Historia  typogr.  litt.  Mediolan.  (vor
Argelati  Bibi,  script.  Mediol.)  I  col.  CCCXXXIX,  und  Argelati  selbst
Bibi,  script.  Mediol.  I  P.  II  col.  230,  dass  Bripius  zu  Rom  im  Jahre
1430  im  Alter  von  80  Jahren  gestorben  sei;  und  zwar  geht  die
Nachricht  zurück  auf  die  von  Argelati  a.  a.  0.  mitgetheilte  Inschrift
auf  Bripius'  Grabstein,  in  der  es  nach  einigen  mittelmässigen  Versen
heisst:  obiit  Romae  XI.  Kal.  Septembr.  Anno  Domini  MCCCCL.  /
Yixit  annis  LXXX.  Dennoch  kann  kein  Zweifel  sein,  dass  dies  in
Stein  gehauene  Zeugniss  vor  dem  Citat  bei  Valla  unbedingt  zu
weichen  hat;  überdies  ist  es  an  Valla’s  eigenem  Beispiel  bekannt,
wie  wenig  zuverlässig  in  den  chronologischen  Angaben  die  Grabsteine ­
  sind,  da  das,  was  der  jetzt,  wie  es  scheint,  verschwundene
Grabstein  über  dessen  Todesjahr  und  Lebensdauer  angibt,  mit  den
unzweifelhaftesten  Daten  im  Widerspruch  ist 12 );  mit  einer  Grabschrift ­
  des  Facius  hat  es,  wie  Mehus  Facius  de  viris  illustribus
p.  XXVI  auseinandersetzt,  eine  ähnliche  Bewandtniss,  und  überdies ­
  sehe  man  noch,  was  derselbe  Mehus  Ambrosii  Traversarii  Epistolae
  p.  LXXXII  über  eine  Grabschrift  von  Nicolaus  Niccoli  mittheilt.
Doch  Bripius  hat  seinem  Grabstein  zum  Trotz  im  J.  1453
nicht  bloss  noch  gelebt,  sondern  auch  noch  gedichtet.  Die  von
Stephan  Porcarius  in  Rom  angezettelte  und  nach  ihm  benannte
coniuratio  Porcaria,  die  im  Januar  1433  entdeckt  und  unterdrückt
ward,  hat  poetische  Bearbeitungen  gefunden;  eine  derselben,  über
deren  Verfasser  Oratius  Romanus  an  anderer  Stelle  noch  zu  reden
sein  wird,  hat  Vossius  Histor.  Lat.  (Lugduni  lGUI)  III  p.  384
erwähnt  und  den  Anfang:  Insidias  patriae  qui  struxit  et  arma
parenti  cet.  aus  einem  Cod.  Am.  Buchellii  mitgetheilt.  Ein  anderes
Gedicht  über  denselben  Gegenstand  führt  Dom.  Georgius  in  der
Vita  Nicolai  V.  p.  130  aus  der  Vaticanischen  Handschrift  3618  an,
das,  wie  er  sagt,  quidam  Iosephus  gedichtet  und  dem  Pabst  Nicolaus
gewidmet  habe.  Mancherlei  Umstände  legten  den  Gedanken  nabe,
dass  dieser  Iosephus  kein  anderer  als  Iosephus  Bripius  sei,  doch
hätte  ich  vielleicht  Bedenken  getragen,  die  Vermuthung  auszu-12

 )  Obwohl  dies  bekannt  und  von  mehreren  gesagt  ist,  so  liest  man  doch  in
Fr.  Überwegs  Gesell,  der  Philos.  III  S.  II  :  'Laurentius  Valla  geh.  zu  Rom
1413,  gesf,  ebendaselbst  1463’,  genau  wie  der  Grabstein  angibt.
            
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