Zur Geschichte des Zwischenreiches von Han.
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Vollmacht Gebrauch machend, Tschang-pu zu einem „Han stützenden“
grossen Heerführer und Lehensfürsten von Tschung-tsie. Er
stellte die beiden Landstriche Tsing-tscheu und Siü-tscheu unter
seine Obhut und hiess ihn dasjenige, das dem höchsten Befehle
nicht gehorchen würde, erobern. Tschang-pu, nach der Würde
und den Ehrentiteln begierig, nahm die Auszeichnung an. Er
ordnete jetzt seine Streitkräfte in Khie 4 ). Sein jüngerer Bruder
j^Hung wurde Heerführer der Leibwache. fi^Lan, der jüngere Bruder
Hung’s, wurde „grosser Heerführer von Hinen-wn“ a ). Jb!;
Scheu, der jüngere Bruder Lan’s, wurde Statthalter von Kao-mi. Die
von ihm ausgesandten Heerführer durchstreiften Tai-sehan, Tunglai,
Tsching-yang, Kiao-tung, Pe-hai, Thsi-nan, Tsi und brachten
diese Provinzen zur Unterwerfung.
Tschang-pu vergrösserte sich durch Länder, die er sich zueignete,
und seine Kriegsmacht wuchs mit jedem Tage. Wang-hung
besorgte, dass diese Heeresmenge sich ausbreiten werde. Er begab
sich daher zu Tschang-pu und wollte ihn bei der Zusammenkunft,
die er mit ihm hatte, auf die Seite der Gerechtigkeit leiten. Tschangpu
veranstaltete eine grosse Aufstellung der Kriegsmacht, führte
Wang-hung hinzu und rief zornig: Was habe ich verbrochen, dass
es dir vordem beliebt hat, mich zu überfallen? Dieses ist zu arg! —
Wang-hung legte die Hand an das Schwert und antwortete: Der
Statthalter empfing den Befehl von dem Hofe, jedoch Wen-kung
umschloss die Angriffswellen und stellte sich mir entgegen. Ich
habe bloss einen Räuber überfallen. Wie lässt sich sagen, dass dies
zu arg ist?
Tschang-pu verstummte. Nach längerer Zeit verliess er die
Matte und brachte kniend Entschuldigungen vor. Er Hess hierauf
Musik aufführen, Wein darreichen und behandelte Wang-pu wie
einen höheren Gast. Er hiess ihn mit den Geschäften der Provinzen
eingehend sich befassen.
Im dritten Jahre des Zeitraumes Kien-wu (27 n. Chr.) wurde
H /j^Fö-lung, der Grosse des glänzenden Gehaltes, von Kuang-wu
mit dem Aufträge ausgesandt, in den Händen eine Beglaubigungsmarke
1 ) Der District Khie lag im Süden des späteren Districtes Scheu-kuang in
Tsing-tscheu.
~) Hiuen-wu ist der Gott der Gegend des Nordens.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LXI. ßd. II. Hft.
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