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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Zur  Geschichte  des  Zwischenreiches  von  Han.

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anvertrauen,  den  höchsten  Befehl  auf  einer  Strecke  von  hundert
Weglängen  überantworten  kann,  ist  Pang-meng.  —  Er  ernannte  ihn
zu  dem  „den  Frieden  mit  den  nördlichen  Fremdländern  herstellenden“ ­
  Heerführer,  in  welcher  Eigenschaft  er  gemeinschaftlich  mit
Eai-yen  einen  raschen  Angriff  gegen  Tung-hien  richtete.  Um  die
Zeit  wurde  die  Schrift  der  höchsten  Verkündung  bloss  an  Kai-yen
erlassen,  gelangte  aber  nicht  an  Pang-meng.  Dieser  glaubte,  dass
Kai-yen  ihn  verläumdet  habe.  Er  schöpfte  Argwohn  und  und  fiel  sogleich ­
  ab.
Als  der  Kaiser  dies  erfuhr,  gerieth  er  in  grossen  Zorn  und
stellte  sich  in  eigener  Person  an  die  Spitze  der  Macht,  die  zur  Bestrafung ­
  Pang-meng’s  bestimmt  war.  ln  der  Schrift,  die  er  an
sämmtliche  Anführer  erliess,  sagte  er:  Ich  nannte  Pang-meng  immer
einen  Diener  der  Landesgötter.  Ist  es  euch  Heerführern  möglich,  nicht
über  dieses  Wort  zu  lachen  ?  Der  alte  Räuber  soll  mit  seinem  Geschlecht ­
  ausgerottet  werden.  Jeder  von  euch  schärfe  die  Waffen,
stelle  die  Pferde  und  vereinige  sich  in  Sui-vang.
Als  Tung-hien  erfuhr,  dass  der  Kaiser  in  eigener  Person  zur  Bestrafung ­
  Pang-meng’s  ausgezogen,  verliess  er  Hia-pei  und  kehrte
nach  Lan-ling  zurückJ).  Er  entsandte  Su-meu  und  Kiao-kiang,  damit
sie  Pang-meng  Hilfe  leisten.  Diese  Männer  brachten  dreissigtausend
Krieger  zusammen  und  betrieben  mit  Eifer  die  Belagerung  der  Feste
von  Tao.
Der  Kaiser  war  um  diese  Zeit  in  Mung 2 )  eingetroffen.  Als  er
den  Stand  der  Dinge  erfuhr,  liess  er  seine  Lastwagen  zurück  und
eilte  mit  dreitausend  leichten  Reitern  und  einigen  Zehntausenden
von  Fussgängern  dem  Hauptheere  zu.  In  Jin-tsching 3 ),  sechzig  Weglängeu
  von  dem  Bezirke  Tao  entfernt,  machte  er  Halt.  Am  Morgen
und  am  Tage  nähten  ihm  die  Anführer  mit  Bitten,  dass  man  vorrücken ­
  möge,  und  auch  die  Räuber  führten  ihre  Streitmacht  vorwärts

<)  Pen-hieu,  ein  Anführer  Tung-hien's,  hatte  sich  im  siebenten  Monate  des  vorhergegangenen
  Jahres  mit  der  Feste  von  Lan-ling  an  Han  ergeben.  Tung-hien  hatte
diese  Feste  belagert  und  sie  im  achten  Monate  des  Jahres  wieder  erobert.  Der
Dirtrict  Lan-ling  gehörte  zu  der  Provinz  Tung-hai.  Die  alte  Feste  desselben  lag
im  Osten  des  späteren  Districtes  Sching  in  I-tscheu.
2 )  Der  District  Mung  gehörte  zu  dem  Reiche  Liang.  Die  alte  Feste  dieses  Districtes
lag  im  Norden  des  späteren  Sung-tscheu.
3 )  Jin-tsching  (die  Feste  von  Jin)  war  ein  Reich  in  Yuen-tseheu.
            
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