Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

308

P  f  i  z  in  a  i  e  r

wohin  ihr  kämet,  vernichtetet  ihr  die  Alten  und  Schwachen,  liesset
Wasser  auf  die  Landesgiitter,  machtet  Pfützen  an  den  Brunnen  und
Herden.  Ihr  hattet  aber  noch  immer  drei  gute  Eigenschaften.  Indem
ihr  Feste  und  Städte  überfielet  und  zerstörtet,  rings  in  der  Welt
umherzoget,  wurde  hinsichtlich  eurer  früheren  Gattinnen  und  Weiber
nichts  verändert.  Dieses  ist  die  eine  gute  Eigenschaft.  Ihr  setztet
den  Gebieter  ein  und  wäret  fällig,  auf  das  Stammhaus  Rücksicht  zu
nehmen.  Dieses  ist  die  zweite  gute  Eigenschaft.  Wenn  die  übrigen
Räuber  einen  Gebieter  eingesetzt  hatten  und  sie  sich  in  Bedrängniss
befanden,  so  nahmen  sie  dessen  Haupt  und  unterwarfen  sich,  indem
sie  sich  dieses  zum  Verdienst  anrechneten.  Ihr  allein  bewahrtet  ihn
unversehrt  und  übergäbet  ihn  mir,  dem  Kaiser.  Dieses  ist  die  dritte
gute  Eigenschaft.  —Er  wies  sie  hierauf  an,  mit  Gattinen  und  Kindern
in  Lö-yang  zu  wohnen  und  schenkte  jedem  Einzelnen  ein  Wohnhaus
und  zweihundert  Morgen  Felder.
Im  Sommer  desselben  Jahres  verschworen  sich  Puan-thsung  und
Pang-ngan  zum  Abfall.  Sie  wurden  zur  Hinrichtung  verurtheilt  und
starben.  Yang-yin  war  zur  Zeit,  als  er  sich  in  Tschang-ngan  befand,
dem  Könige  Liang  von  Tschao  i)  begegnet  und  hatte  von  diesem
Wohlthaten  empfangen.  Der  Kaiser  verlieh  ihm  jetzt  die  Würde  eines
Lehensfürsten  innerhalb  des  Grenzpasses.  Er  kehrte  gemeinschaftlich ­
  mit  Siü-siuen  in  seinen  Geburtsort  zurück  und  starb  in  seinem
Hause.  Lieu-kung  machte  sich  zum  Rächer  Keng-schi's  und  tüdtete
Sie-lö.  Er  legte  sich  hierauf  selbst  in  Bande  und  stellte  sich  den
Gerichten.  Er  wurde  begnadigt  und  erlitt  keine  Strafe.
Der  Kaiser  hatte  Mitleid  mit  Fen-tse.  Er  beschenkte  ihn  sehr
reichlich  und  ernannte  ihn  zum  Leibwächter  des  Königs  von  Tschao.
Später  verlor  Fen-tse  in  Folge  von  Erkrankung  die  Klarheit  seines
Geistes.  Der  Kaiser  schenkte  ihm  jetzt  das  Land  einer  Obrigkeit  der
gleichmässigen  Hinwegführungen  und  liess  ihn  daselbst  Marktbuden
errichten a ).  Er  gewährte  ihm  den  lebenslänglichen  Bezug  der  Abgaben. ­


1)  Lieu-liang,  der  nachherige  König  Hiao  von  Tschao,  war  der  Oheim  des  Kaisers
Kuang-wu.
2 )  Die  Provinzen,  Reiche  und  Länder  der  Lehensfürsten  brachten  die  Erzeugnisse  der
Gegend  als  Tribut.  Bei  dem  Fortschaffen  der  Gegenstände  hatten  sie  vieles  Ungemach, ­
  und  die  Kosten  wurden  ihnen  nicht  vergütet.  Man  setzte  daher  in  den
Provinzen  und  Reichen  Obrigkeiten  des  Hinwegführens  ein,  welche  die  Gegen-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.