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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

wurde  geschlagen  und  getödtet.  Sie  drangen  hierauf  in  das  nördlich
von  Ngan-ting  gelegene  Land  bis  Yang-tsching.  In  Puan-siü  fiel
starker  Schnee,  von  welchem  Gruben  und  Thäler  erfüllt  waren.
Viele  Kriegsmänner  erfroren.  Sie  kehrten  jetzt  wieder  zurück,
gruben  die  kaiserlichen  Grabhügel  auf  und  rauhten  die  daselbst
befindlichen  Kostbarkeiten.  Sie  beschmutzten  und  beschimpften  hierauf ­
  den  Leichnam  der  Kaiserin  von  dem  Geschleckte  Liü.  In  allen
Grabhügeln,  welche  die  Räuber  öffneten,  befanden  sich  Edelsteinkästchen ­
  G»  un d  die  Todten  waren  im  Ganzen  gleich  Lebenden
gekleidet.  Desswegen  hatten  die  rothen  Augenbrauen  oft  Gelegenheit,
Muthwillen  zu  treiben  und  sich  zu  verunreinigen.
Um  diese  Zeit  befand  sich  Teng-yü,  der  grosse  Vorsteher  der
Schaaren,  in  Tschang-ngan.  Er  entsandte  eine  Kriegsmacht,  durch
die  er  in  Yö-1 2 )  einen  Schlag  gegen  die  rothen  Augenbrauen  führen
liess.  Diese  Kriegsmacht  wurde  aber  seihst  geschlagen,  worauf
Teng-yü  aus  der  Stadt  zog  und  nach  Yün-yang  gelangte.  Im  neunten
Monate  des  Jahres  drangen  die  rothen  Augenbrauen  wieder  in
Tschang-ngan  und  hielten  in  dem  Palaste  der  Zimmtbäume  s).
Um  dieselbe  Zeit  war  J[E  Yen-tsin,  der  Räuber  von  Hantsching,
  hervorgekommen.  Seine  Schaaren,  die  sich  in  dem  Lande
innerhalb  des  Grenzpasses  zerstreut  hatten,  sammelten  sich  in  Tuling.
  Pang-ngan  stellte  sich  an  die  Spitze  von  zehnmal  zehntausend
Menschen  und  griff  sie  an.  Weil  die  auserlesenen  Streitkräfte  Pangngan's
  fortgezogen  waren  und  bloss  Lieu-fen-tse  mit  den  Abgezehrten
und  Schwachen  sich  in  der  Feste  befand,  machte  sich  Teng-yü  in
eigener  Person  auf  den  Weg  und  überfiel  die  Stadt.  Es  traf  sich
jedoch,  dass  Sie-lö  zu  Hilfe  kam,  und  man  kämpfte  nächtlich  in  der
Strasse  des  Strohes 4 ).  Die  Streitmacht  Teng-yü’s  wurde  geschlagen
und  ergriff  die  Flucht.
*)  Die  Erklärung  des  Verfahrens  von  Han  sagt:  Man  verfertigte  Tafeln  aus  Edelstein,
die  einen  Schuh  lang  und  anderthalb  Zoll  breit  waren.  Aus  denselben  bildete  man
Kästchen,  die  von  den  Lenden  bis  zu  den  Füssen  reichten.  Man  umwickelte  sie
mit  Goldfäden  und  nannte  dieses:  Edelsteinkästchen  verfertigen.
2 )  Der  Dietrict  Yö-I  gehörte  zu  der  rechten  Provinz  Fu-fung.
3 )  Die  Geschichte  von  Tschang-ngan  sagt:  Der  Palast  der  Zimmtbäume  (kuei-kung)
befindet  sich  im  Norden  des  Palastes  Wi-yang.  Derselbe  heisst  auch  der  nördliche
Palast  (pe-kung).
Die  Alterthümer  der  drei  Stützen  sagen:  In  der  Feste  von  Tschang-ngan  befindet
sich  die  Strasse  des  Strohes  (kao-kiai).
            
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