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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

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Pfizmaier

meinscbaft  aufschlug,  wurde  Siü-siuen  Reichsgehilfe,  Puan-thsung
der  die  Stelle  eines  kaiserlichen  Vermerkers  bekleidende  Grosse,
Pang-ngan  der  grosse  Vorsteher  der  Pferde  zur  Linken,  Sie-lo  der
grosse  Vorsteher  der  Pferde  zur  Rechten.  Die  Anführer  von  Yangyin
  abwärts  wurden  Reichsminister.
Als  das  Kriegsheer  nach  Kao-ling  gelangte,  vereinigte  man  sich
mit  Tschang-ngao  und  anderen  abtrünnigen  Heerführern  Keng-schi’s,
überfiel  sofort  das  Thor  der  östlichen  Hauptstadt 1 )  und  drang  in  die
Feste  von  Tschang-ngan.  Keng-schi  kam  herbei  und  unterwarf  sich.
Während  Lieu-fen-tse  den  Palast  Tschang-lö  bewohnte,  hatten  die
Anführer  täglich  Zusammenkünfte,  wobei  sie  lärmend  und  schreiend
ihre  Verdienste  erörterten  und  sich  zankten.  Sie  rissen  die  Schwerter
heraus,  hieben  damit  gegen  die  Pfeiler  und  konnten  sich  nicht
einigen.  Wenn  die  drei  Stützen,  die  Provinzen,  die  Districte  oder
die  Ältesten  der  Lager  Abgesandte  mit  Tribut  und  Geschenken
schickten,  entrissen  ihnen  die  Kriegsmänner  dieses  sogleich  mit  Gewalt. ­
  Auch  nahmen  sie  öfters  Angestellte  u»d  Volk  gefangen  oder
bedrückten  sie.  Die  hundert  Geschlechter  bewachten  die  Wände,  und
alles  setzte  sich  aus  dem  Grunde  wieder  in  Vertheidigungsstand.
Als  der  letzte  Tag  des  Jahres  gekommen  war,  veranstalteten
Puan-thsung  und  dessen  Genossen  Musik  und  hielten  eine  grosse
Zusammenkunft.  Lieu-fen-tse  sass  mitten  in  der  Vorhalle,  die  Leibwächter ­
  des  gelben  Thores  der  Mitte  befanden  sich  hinter  ihm  mit
Waffen  in  den  Händen.  Die  Fürsten  und  Reichsminister  sassen  reihenweise ­
  in  dem  oberen  Theile  der  Vorhalle.  Ehe  noch  der  Wein  herumgereicht ­
  wurde,  nahm  Einer  unter  ihnen  ein  Messer  und  einen  Pinsel  2)
hervor,  schrieb  eine  Karte  und  wollte  Glück  wünschen  s).  Die  Übrigen,
welche  nicht  schreiben  konnten,  standen  auf,  gingen  zu  ihm  hin  und
baten  ihn,  ihren  Namen  zu  schreiben.  Alle  standen  in  einem  Haufen

*)  Der  Grundriss  der  drei  Stützen  sagt:  Das  Thor  Siuen-ping  ist  das  erste  Thor
von  Norden  an  der  östlichen  Flanke  der  Feste  von  Tschang-ngan.  Das  vor
diesem  befindliche  Thor  der  Vorstadt  heisst  das  Thor  der  östlichen  Hauptstadt
(tung-tu-men).
2 )  Ehemals  schrieb  man  die  Aufsätze  auf  zusammengelegte  Bambustafeln.  Wenn
man  etwas  fehl  schrieb,  schabte  man  es  mit  einem  Messer  weg.  In  diesem  Sinne
steht  hier  Messer  und  Pinsel.
3 )  Seit  den  Zeiten  der  Thsin  und  Han  war  es  Sitte,  an  dem  letzten  Tage  des  Jahres
Glück  zu  wünschen.
            
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