Zur Geschichte des Zwischenreiches von Han.
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zu fragen. Nach einigen Jahren waren seine Güter allmälig zu Ende gegangen
und die Jünglinge wollten ihm dafür den Ersatz geben. Liü-mu
sagte unter Thränen: Indem ich euch mit Auszeichnung behandelte,
wollte ich nicht nach Nutzen trachten. Weil der Vorsteher des Districtes
gesetzlos ist und ungerechterweise meinen Sohn tödten liess,
wollte ich mich nur rächen. Möchtet ihr wohl meinen Sohn bedauern?
Die Jünglinge erkannten das Grossartige dieses Vorsatzes. Sie
hatten ausserdem Wohlthaten empfangen und machten die Zusage.
Die muthigsten Männer nannten sich rasende Tiger •). Sie schaarten
sich hierauf zusammen und wuchsen bis zu einer Menge von
nahezu hundert Menschen. Sie gingen jetzt mit Liü-mu in die See,
riefen die Menschen, welche sich durch die Flucht den Befehlen entzogen
hatten, herbei und vereinigten sich mit ihnen, bis sie zuletzt
eine Menge von mehreren Tausenden waren. Liü-mu nannte sich den
Heerführer. Er führte die Streitmacht zurück, erstürmte Hai-khiö
und nahm den Vorsteher des Districtes fest. Die Angestellten schlugen
mit den Häuptern an den Boden und baten für den Vorsteher. Liümu
sagte: Mein Sohn machte sich eines kleinen Verbrechens schuldig
und hätte nicht sterben sollen. Er wurde aber durch den Vorsteher
getödtet. Wer Menschen tödtet, soll sterben. Warum bittet
ihr noch für ihn? — Hierauf liess er ihn enthaupten, brachte das
Haupt auf dem Grabhügel seines Sohnes als Opfer und ging wieder
in das Meer.
Einige Jahre später-) griff Puan-thsuug , ein Eingeborner von
Lang-ye, in Khiü zu den Waffen. Mit einer Menge von hundert Menschen
drang er im Umwenden in Tai-schan und nannte sich einen
der dreierlei Greise. Um diese Zeit herrschte in den Landstrichen
Tsching-tscheu und Siü-tscheu grosse Hungersnoth und Räuber erhoben
sich gleich spitzigen Schwertern. Weil Puan-thsuug muthig
und kühn war, schlossen sich alle Räuber ihm an. In einem Jahre
waren siebis zu einer Menge von zehntausend Menschen angewachsen.
*) Die Geschichte' der östlichen Warte sagt: Siu-thse-tse und andere Gäste nannten
sich „Tigererfassende“ (yi-hu). Indem sie so stark sind , dass sie einen Tiger
erfassen können, wird ihr Muth bezeichnet. Dass jetzt in dem Ausdrucke das Wort
„rasend“ gesetzt wird, ist desswegen, weil das Zeichen Um. yl (erfassen) mit
meng (rasend) Ähnlichkeit hat.
3 ) Im fünften Jahre des Zeitraumes Thien-hoang (18 n. Chr.).