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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Zur  Geschichte  des  Zwischenreiches  von  H;in.

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Im  zehnten  Monate  des  Jahres  folgte  Keng-schi  sofort  Sie-lö,
erschien  mit  entblössten  Schultern  in  dem  Palaste  Tsehang-lö  und
überreichte  Lieu-fen-tse  das  Siegel  mit  dem  breiten  Bande.  Die
rothen  Augenbrauen  versetzten  Keng-schi  in  den  Anklagestand,
brachten  ihn  in  eine  Vorhalle  und  schickten  sich  an,  ihn  zu  tödten.
Lieu-kung  und  Sie-lö  baten  für  ihn,  konnten  aber  nichts  erreichen.  Die
rothen  Augenbrauen  schleppten  hierauf  Keng-schi  hinaus.  Lieu-kung
eilte  ihnen  nach  und  rief:  Ich  hin  wahrlich  mit  meinen  Bemühungen
zu  Ende.  Ich  bitte,  früher  sterben  zu  dürfen.  —  Mit  diesen  Worten
riss  er  das  Schwert  heraus  und  wollte  sich  den  Hals  abschneiden.
Puan-thsung  und  andere  Häupter  der  rothen  Augenbrauen
kamen  hastig  zu  seiner  Rettung  herbei  und  geboten  ihm  Einhalt.
Man  begnadigte  jetzt  Keng-schi  und  betheilte  ihn  mit  dem  Lehen
eines  Fürsten  von  Wei-wei.  Den  erneuerten  inständigen  Bitten  Lieukung’s
  gelang  es  endlich,  dass  er  in  das  Lehen  eines  Königs  von
Tsehang-scha  eingesetzt  wurde.
Keng-schi  hielt  sich  gewöhnlich  an  den  Aufentshaltsort  Sielo’s,
  und  auch  Lieu-kung  beschützte  ihn.  In  den  drei  stützenden  Provinzen ­
  litt  man  durch  die  Grausamkeit  der  rothen  Augenbrauen  und
Alle  bedauerten  Keng-schi.  Tschang-ngang  jedoch  und  dessen  Genossen ­
  bedachten  dieses  und  sagten  zu  Sie-lÖ:  Unter  den  Aeltesten
der  Lagerwälle  sind  jetzt  Viele,  die  Sching-kung  zur  Anmassung  der
Würde  bewegen  wollen.  Wenn  du  ihn  eines  Tages  ausser  Acht  küssest, ­
  so  werden  sie  die  Streitkräfte  vereinigen  und  dich  überfallen.
Dies  sind  die  Wege  der  eigenen  Vernichtung.
Sie-lö  beauftragte  jetzt  die  Krieger  des  Geleites,  gemeinschaftlich ­
  mit  Keng-schi  nächst  den  Vorwerken  die  Pferde  zu  hüten.  Bei
dieser  Gelegenheit  gab  er  den  Befehl,  ihn  zu  erdrosseln.  Lieu-kung
begab  sich  nächtlich  an  den  Ort  der  That,  hob  den  Leichnam  auf
und  verbarg  ihn.  Kuang-wu  empfand  bei  der  Nachricht  von  diessen
Ereignisse  Schmerz.  Durch  eine  höchste  Verkündung  erhielt  Tengyü,
  der  grosse  Vorsteher  der  Schaaren,  den  Befehl,  Keng-schi  in  Paling
  bestatten  zu  lassen.
Keng-schi  hatte  drei  Söhne,  deren  Namen  Khieu,  Hin  und  Li.
Im  Sommer  des  nächsten  Jahres  begaben  sich  diese  Brüder  mit  ihrer
Mutter  in  östlicher  Richtung  nach  Lö-yang.  Der  Kaiser  setzte  Khieu
in  das  Lehen  eines  Fürsten  von  Siang-yi  ein  und  hiess  ihn  das  Opfer
für  Keng-schi  darbringen.  Hin  wurde  Lehensfürst  von  Kö-schö,  Li
Sitv-.b.  d.  phil.-hist.  CI.  LXI.  Bd.  II.  Hft.  20
            
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