Zur Geschichte des Zwischenreiches von H;in.
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Im zehnten Monate des Jahres folgte Keng-schi sofort Sie-lö,
erschien mit entblössten Schultern in dem Palaste Tsehang-lö und
überreichte Lieu-fen-tse das Siegel mit dem breiten Bande. Die
rothen Augenbrauen versetzten Keng-schi in den Anklagestand,
brachten ihn in eine Vorhalle und schickten sich an, ihn zu tödten.
Lieu-kung und Sie-lö baten für ihn, konnten aber nichts erreichen. Die
rothen Augenbrauen schleppten hierauf Keng-schi hinaus. Lieu-kung
eilte ihnen nach und rief: Ich hin wahrlich mit meinen Bemühungen
zu Ende. Ich bitte, früher sterben zu dürfen. — Mit diesen Worten
riss er das Schwert heraus und wollte sich den Hals abschneiden.
Puan-thsung und andere Häupter der rothen Augenbrauen
kamen hastig zu seiner Rettung herbei und geboten ihm Einhalt.
Man begnadigte jetzt Keng-schi und betheilte ihn mit dem Lehen
eines Fürsten von Wei-wei. Den erneuerten inständigen Bitten Lieukung’s
gelang es endlich, dass er in das Lehen eines Königs von
Tsehang-scha eingesetzt wurde.
Keng-schi hielt sich gewöhnlich an den Aufentshaltsort Sielo’s,
und auch Lieu-kung beschützte ihn. In den drei stützenden Provinzen
litt man durch die Grausamkeit der rothen Augenbrauen und
Alle bedauerten Keng-schi. Tschang-ngang jedoch und dessen Genossen
bedachten dieses und sagten zu Sie-lÖ: Unter den Aeltesten
der Lagerwälle sind jetzt Viele, die Sching-kung zur Anmassung der
Würde bewegen wollen. Wenn du ihn eines Tages ausser Acht küssest,
so werden sie die Streitkräfte vereinigen und dich überfallen.
Dies sind die Wege der eigenen Vernichtung.
Sie-lö beauftragte jetzt die Krieger des Geleites, gemeinschaftlich
mit Keng-schi nächst den Vorwerken die Pferde zu hüten. Bei
dieser Gelegenheit gab er den Befehl, ihn zu erdrosseln. Lieu-kung
begab sich nächtlich an den Ort der That, hob den Leichnam auf
und verbarg ihn. Kuang-wu empfand bei der Nachricht von diessen
Ereignisse Schmerz. Durch eine höchste Verkündung erhielt Tengyü,
der grosse Vorsteher der Schaaren, den Befehl, Keng-schi in Paling
bestatten zu lassen.
Keng-schi hatte drei Söhne, deren Namen Khieu, Hin und Li.
Im Sommer des nächsten Jahres begaben sich diese Brüder mit ihrer
Mutter in östlicher Richtung nach Lö-yang. Der Kaiser setzte Khieu
in das Lehen eines Fürsten von Siang-yi ein und hiess ihn das Opfer
für Keng-schi darbringen. Hin wurde Lehensfürst von Kö-schö, Li
Sitv-.b. d. phil.-hist. CI. LXI. Bd. II. Hft. 20