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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

Müller.  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Rom-Sprache.

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Beiträge  zur  KenntnisS  der  Rom-Sprache.
Von  Dr.  Friedrich  Müller,
Professor  an  der  Wiener  Universität.
Trotz  der  namentlich  in  neuester  Zeit  von  mehreren  Seiten  gelieferten ­
  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Romsprache  dürfte  der  nachfolgende, ­
  welchen  ich  hiemit  dem  linguistischen  Publicum  vorlege,
schon  desswegen  nicht  unerwünscht  sein,  weil  er  grössere  Originaltexte ­
  umfasst  und  daher,  abgesehen  von  dem  Vortheile,  welchen  diese
den  Übersetzungen  gegenüber  darbieten,  als  authentische  Quelle  zur
Kenntniss  des  Charakters  dieses  merkwürdigen  Völkchens  dienen
kann.  Ich  glaube  vorläufig  sowohl  eines  sachlichen  als  auch  sprachlichen ­
  Commentars  der  einzelnen  Stücke  umsomehr  mich  enthalten
zu  können,  als  sie  leicht  verständlich  und  von  einer  getreuen  Interlinearversion ­
  begleitet  sind  und  mit  allem  dem,  was  wir  über  dieses
Vagabundenvolk  wissen,  vollkommen  übereinstimmen.  Dagegen  habe
ich  die  Absicht,  später  in  einer  besonderen  Arbeit,  welche  die  linguistische ­
  Ausbeute  umfassen  und  manches  Neue  zur  Erklärung
grammatischer  Formen  'und  etymologischer  Punkte  beibringen  wird,
auf  Einiges,  welches  hier  bemerkt  werden  sollte,  zurückzukommen.
Die  Mittheilung  der  Stücke,  welche  die  vorliegende  Sammlung
umfasst  (fünf  Mährchen,  neun  und  zwanzig  Lieder  und  ein  Brief),
verdanke  ich  meinem  ehemaligen  Zuhörer,  Herrn  L.  Fialowski,  einem
in  sprachwissenschaftlichen  Dingen  gut  unterrichteten  und  mit  der
Kenntniss  mehrerer  lebenden  Sprachen  (darunter  auch  des  Magyarischen) ­
  ausgerüsteten  jungen  Manne.  Derselbe,  wohl  wissend,  dass
die  Acquisition  von  Originaltexten  der  Bomsprache  die  Wissenschaft
der  Linguistik  in  hohem  Grade  fördern  würde,  suchte  unter  den
in  Wien  garnisonirenden  ungarischen  und  kroatischen  Regimentern
            
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