Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 61. Band, (Jahrgang 1869)

136

K  v  i  c  a  1  a

so  wie  ärpsarov,  mit  diöovroc  verbunden  werden  muss.  Evöstv  aber
bat  liier  seine  gewöhnliche  Bedeutung,  keine  metaphorische.  Als  den
ersten  Vortheil  seiner  Lage  bezeichnet  Kreon  den  ruhigen  Schlaf,
während  der  Herrscher  sich  eines  ruhigen  und  erquickenden  Schlafes
nicht  erfreut,  sondern  süösi  Evv  (pißoioi.  D;is  ärpeazov  südsiv  ist  gewiss ­
  kein  geringfügiger  Vortheil.  Wer  aus  Erfahrung  das  Gegentheil
  kennen  gelernt  hat,  wer  sich  ferner  erinnert,  wie  häufig  von
alten  und  neuen  Schriftstellern  ein  ruhiger,  sorgenloser  Schlaf  als
eine  wahre  Wohltliat  gepriesen  wird,  der  wird  es  nicht  sonderbar
finden,  dass  Kreon  dies  hervorhebt.
Die  Worte  |üv  yößot?  züdetv  erinnern  übrigens  an  Trach.
175  f.  rjoitei;  süoouoxv  i>azrjoäv  dpi  fößcp,  iptXat,  zapßoüaccv.
  Auch  Klytaimnestra  findet  an.  der  Stelle,  wo  sie  ihre  kummervolle ­
  Besorgniss  recht  entschieden  bezeichnen  will  (El.  780  ff.),
keinen  passenderen  Ausdruck,  als
<5<7t'  oüzz  vuxzög  unvov  oür’  iE  f/fxepag
dpi  ozeyällsiu  wOv,
womit  natürlich  nicht  eine  völlige  Schlaflosigkeit  gemeint  ist.  Unangemessen ­
  finde  ich  es,  wenn  man  die  Überlieferung  lächerlich
machen  will  „quasi  vero  süöcnv  posset  quisquam  regnare“  (F.  W.
Schmidt,  Anal.  Soph.  et  Eurip.  p.  43).  Dieser  Spott  ist  unwirksam;
denn  die  Überlieferung  zwingt  uns  ja  durchaus  nicht  zu  der  Annahme, ­
  dass  die  Ausübung  der  Functionen  eines  Herrschers  und  das
Schlafen  zu  derselben  Zeit  stattfindet,  sondern  es  ist  die  Rede
davon,  dass,  wer  ein  Herrscher  ist  (diese  Bedeutung  hat  hier
natürlich  öcpy_Biv,  wie  591),  eines  sorgenlosen  Schlafes  sich  nicht  erfreut. ­
  Beispiele  für  eine  solche  Construction,  wie  sie  hier  vorliegt,
anzuführen  wäre  natürlich  höchst  überflüssig.
V.  587  ff.
iyw  psv  ouv  ouz’  aüzdg  ipsipcov  sfuv
zupccvvog  SLvai  p.äXXov  rj  TÜpawa  dpäv,
ou~’  äXXo?  oozig  (jUHppovsiv  krziozxza.i.
Im  zweiten  Verse  kann,  sollte  man  meinen,  niemand  der  glücklichen ­
  Kürze  des  Ausdrucks  und  dem  schön  und  scharf  ausgesprochenen ­
  Gegensätze  (gerade  durch  die  Anwendung  desselben  Wortes
-Opawo?  tritt  der  Gegensatz  sehr  gut  hervor)  seine  Anerkennung
versagen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.