Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles (König Oidipus). 135
V. 581 ff.
KP. oüx ouv iooviAca o<päiv iydj ouoiv rpirog;
01. ivraCiSa. "jap oi) xat xay.dg (paivEi (piAog.
KP. oux, ei oiöoirig y’ dyg iycö aauTÜ iföyov.
Heimsoeth (a. a. 0. S. 80) conjiciert d>g syo) für d>g eyw, wobei
zu constatieren ist, dass er gegen die Überlieferung einen positiven
Grund nicht anführt, sondern sich damit begnügt, zu sagen,
dass „weder die Ausführung von ug iyco mit dig iyu> i[AavTili Xoyov
ototop.1, welche die spraehrichtige wäre, noch die willkürliche d>g
t/w <7ot socoxa xat oojooj hier irgend Anwendung findet“. Allerdings
ist die erste Erklärung — die von Triklinios aufgestellte — sprachriehtig,
sie ist aber auch dem Sinne nach ganz richtig und findet
hier eine gar passende Anwendung, so dass die Verkennung des Zusammenhanges
nicht wenig auffallend erscheint. Kreon sagt: „Ich
würde dir nicht als ein schlechter Freund erscheinen, wenn du dir
der Gründe bewusst werden würdest, die mich vom Streben nach
der Tyrannis abhalten, gerade so wie ich mir derselben bewusst
bin“. Es ist hier nicht „der Schein eines Gegensatzes der Personen“,
sondern ein echter und sehr angemessener Gegensatz. Kreon findet
aus Gründen, die er dann entwickelt, seine gegenwärtige Lage
behaglich lind er mag nicht nach der Herrschaft streben; wenn
Oidipus diese Gründe kennen und würdigen würde, so müsste sein
Verdacht schwinden. Entgegengesetzt wird also die auf Gründen beruhende
Genügsamkeit Kreon’s der Leidenschaftlichkeit des Oidipus,
der sich nicht Rechenschaft darüber gegeben hat, ob Kreon nicht
Grund habe, in seiner dermaligen Lage sich ganz zufrieden zu
fühlen.
V. 584 ff
oxsipai oe roüro np&rov, £t rtv’ av doxsig
äpy^siv i’Xia^ca £üv ipößoiai p-ällov ri
ärpEozov Evdovr’, ei rot y’ aü.3’ e^ei xpdzri.
Die Erklärung des Triklinios ist nicht der einzige verfehlte Versuch;
auch in neuerer Zeit sind irrige Erklärungen, aufgetaucht, wie
z. ß. die Erklärung von evoeiv in dem Sinne „tranquillum esse“, die
schon Eilendt mit Recht verwarf. Ein Irrthum ist es auch, wenn man
£üv foßoiai mit äoy^Ei'j verbindet; vielmehr ist es natürlich, dass
§£iv ’fößoiai, das einen scharfen Gegensatz zu ärptazov bildet, auch,