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V a h I e n
und seiner schriftstellerischen Bestrebungen einen Beitrag zu liefern
geeignet sind.
Die erste derselben ist eine Rede, welche Yalla im October
1455 — zwei Jahre vor seinem Tode — in Rom vor einer Versammlung
von geistlichen und weltlichen Würdenträgern (er redet
seine Zuhörer venerandi patres ac viri clarissimi an) gehalten hat.
Es ist eine Inauguralrede, wie sie der Sitte gemäss alljährlich bei
Eröffnung der Studien an der römischen Universität von einem Mitgliede
derselben gehalten wurde.
Der Verfasser der Elegantiae linguae latinae hat sich zum
Thema die Lobpreisung der lateinischen Sprache gewählt, nicht
etwa wegen besonderer Vorzüge, welche dieser Sprache vor anderen
eigenthümlich sind, sondern insofern sie vermöge ihrer allgemeinsten
Verbreitung die Vermittlerin aller Wissenschaft geworden ist.
Die Wissenschaft, sagt Valla, ist ein grosser Bau, dessen
glückliche Ausführung das Zusammenwirken vieler Arbeiter erfordert,
und damit nicht dieser Bau wie einst der babylonische Thurm aus
Mangel an gegenseitigem Verständniss unvollendet bleiben müsse,
bedürfe es einer gemeinsamen Sprache, durch welche alle von allen
lernen, die Entdeckungen eines jeden zu allen getragen und alle
zum Wetteifer in dem Ausbau des gemeinsamen Werks angespornt
werden. Die Sprache ist wie die Geldmünze, welche den Verkehr der
Länder unter einander eröffnet und den gegenseitigen Austausch der
besondern Erzeugnisse eines jeden ermöglicht hat.
Eine solche Sprache war die lateinische, welche von der
römischen Herrschaft bis an die äussersten Grenzen des grossen
Reiches getragen, Recht und Wissenschaft und Litteratur auf dem
Erdkreis verbreitet hat: und als das römische Reich zusammenbrach
und die lateinische Sprache aufhörte, das gemeinsame Verkehrsmittel
der Gelehrten zu sein, da sanken auch die Wissenschaften.
Dass sie aber nicht völlig erloschen, das ist das Verdienst des
apostolischen Stuhles, der durch die Verbreitung des Christenthums
und der von allen in lateinischer Sprache gelesenen Schriften des
alten und neuen Testamentes von neuem der lateinischen Sprache
die Rolle einer Trägerin und Vermittlerin der Wissenschaft zuertheilt
hat, und so lange sie diese Rolle behauptet, wird auch die Blüthe
der Wissenschaft dauern.