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K v i c a I a
„Kreon ist aber kein Unheil für dich. Kpeeov di tritt gleich
gegensätzlich voran, da Teir. im Sinne hat au gxutü) Trrj/xa e?“. Es
hat nämlich gar keine Wahrscheinlichkeit für sich, dass derselbe
Gedanke, der in der zweiten Vershälfte mit akX avrdg gu gge ausgesprochen
wird, auch vor den Worten Kpicov oi aoi nrip.’ ovdiv hinzuzudenken
ist und dass dieser zu supplierende Gedanke das di veranlasst
hat. Aber freilich ist auch Hermann’s Erklärung nicht ganz
genau. Der Gedankenzusammenhang ist vielmehr: „Du beschuldigst
Kreon; Kreon aber ist kein Unheil für dich“. Zugleich muss man sich
daran erinnern, dass di nicht selten die Wirklichkeit der Nichtwirklichkeit,
das Wahre dem Falschen gegenüber stellt; vgl. darüber
besonders Bäumlein, Untersuchungen über griech. Partikeln S. 9ü, 96.
V. 383.
„Ouvsxa kann schwerlich für hvxx gebraucht werden; mit
Recht hat Blaydes hier und sonst die selbst für die attische Prosa
gut bezeugte Form eevexse gesetzt“. Nauck (Anh.). Über diese Änderung
muss man sich sehr wundern, weil sie dem Princip, von welchem
sich Blaydes sonst nach dem Vorgänge anderer Kritiker leiten liess,
widerspricht. Dieses — freilich bedauerliche und sehr schädliche —
Princip ist die Ansicht, dass das ausnahmsweise vorkommende
gar nicht Vorkommen dürfe und dass somit solche Stellen, an
denen eine seltenere sprachliche Erscheinung überliefert ist, geändert
und so oder so uniformiert werden müssen. Im vorliegenden Falle aber
ist Blaydes seinem Lieblingsprincip untreu geworden. Oövsxa findet
sich nämlich bei den Tragikern in der Bedeutung von svexa viel
häufiger, als die Form etvsxa, welche Form zwar episch und
neuionisch ist, aber hei anderen Schriftstellern wenn auch „gut
bezeugt“, doch im ganzen recht selten ist. Oüvexx findet siel) in der
präpositionalen Geltung hei Sophokles zwanzigmal, eevexcc (und k'vsxa)
nicht ein einzigesmal überliefert: und diese 20 Stellen sollen wir
ändern einer Form zu liehe, die für Sophokles gar nicht bezeugt ist?
Und wesshalb? „Weil oövex« schwerlich für fvsxa gebraucht werden
kann.“ Ist cs aber denkbar, dass oüvsxa unbefugter Weise fast
alle Stellen hei den Tragikern, alle hei Sophokles occupiert und
das rechtmässige eivexoe verdrängt haben sollte? Wie konnte man,
wenn ou-jexo. niemals die Geltung von ivexa hatte und nur ou svexa